120ihnen einen kostbaren, heilsamen und kräftigen Arzneitrank zusendenund schenken, welcher aus ihnen alle bösen und verderbten Hu-mores, die ihnen ihre unheilbare innere Krankheit verursacht hat,hinaustreiben kann, und welchen ich, der ich nun genesen bin,vom heil. Augustin gelernt habe.Wiewohl ich im Beginne meiner Bekehrung diesen Trankselbst nicht gebraucht habe, indem er mir nicht bekannt war; weilich indessen von fern seinen Geruch verspürt hatte, der auch schonkräftig wirkte; und wiewohl Gott der Herr auch andere verschie-dene Heilmittel angeordnet hat, und selbst gebraucht, um solcheTränke wirksam zu machen, so finde ich dennoch, daß er kostbar,heilsam und kräftig ist, um die reformirten Brüder zu heilen, dergestalt, daß es, wofern sie denselben nur einnehmen und gebrau-chen wollen, unmöglich ist, daß sie nicht sofort curirt und genesenwerden. Nam probatum est. Denn der Mann, von dem ichdie Kunst erlernt habe, hat die Probe davon an sich selbst ge-macht, welche er uns allen nun anbietet und gern überläßt, weß-halb sie dann auch ein Jeder nicht von mir, sondern von diesemheil. Vater selbst lernen kann. Ich indessen will ihn hier nuranbieten, den heil. Augustin selbst aber reden lassen, wie er den-selben bereitet und hergeschafft hat; nur möchte ich Alle brüderlichermuntern und ihnen christlich wünschen, daß sie dem Heiligen beimGebrauche desselben nachfolgen wollen.Komm dann, o heil. Vater Augustinus! im Namen Dessen, derdich zu einem so großen und wunderbaren Lichte im Hause Gottesgemacht hat, und zeige uns den Arzneitrank, den du dir selbstbereitet, den du auch selbst gebraucht hast wider das Gift allerKetzereien, als du in der Mitte der größten Ketzer verweiltest undvon ihren Irrlehren umstrickt warest.Der heil. Vater ist da und spricht also:„Du weißt, Honoratus, daß ich um keiner anderen Ursachewillen unter dieses Volk gerathen bin (nämlich der Manichäer),als weil sie sagten, daß sie durch jene Autorität, welche man amallermeisten fürchten müsse“ (nämlich Gott, welcher sich uns in sei-nem Worte offenbart), „von den Anderen getrennt seien, und durchwunderbare und einfache Worte denjenigen, der sie hören wolle,zu Gott führen und von allen Irrthümern befreien würden.“ (Thundas nicht auch alle Prädicanten, welcher Art, welcher Religionoder Secte, oder wessen Glaubens sie immer sein mögen?)Denn was hat mich anders getrieben, daß ich fast neunJahre lang, nachdem ich die Religion (und den wahren Glauben),die mir als Kind von meinen Eltern eingepflanzt war, verachtetund verworfen hatte, diesen Menschen gefolgt bin und es gernehörte, daß sie sagten: „Wir sind erstaunt und erschreckt überden Aberglauben“ (den uns die katholischen Lehrer in den Kopf1 Nosti, Honorate, non aliam ob causam nos in tales homines incidisse etc. Lib. de utilit. credend. ad Honor. cap. 14.
Druckschrift
Bekehrungsgeschichte des holländischen calvinischen Predigers Mathias Zelhorst in der Grafschaft Zütphen : aus dem Holländischen übersetzt
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120
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