1192, folgen müsset: „Vertrauet auf den Herrn von eurem ganzenHerzen, und bestehet nicht auf eurer eigenen Klugheit.“ — Hierzugibt Euch sicher der liebe Gott seine Gnade, wenn Ihr Euch vonganzem Herzen zum Herrn bekehret und euch an diejenigen wendet,gegen welche Ihr Euer vermaledeites Schwert gewetzt und mirangeboten habet, nämlich an die gebenedeite Mutter unseres Gottesund mit großer Reue und Leidwesen über Eure Sünden mit Eu-rem Patron, dem heil. Bernhard, wenn ihr ihn dafür anerkennenwollet, sprechet: „Diese ist die Leiter der Sünder; diese ist meingrößtes Vertrauen; diese ist die ganze Ursache meiner Hoffnung.“Warum? Immer wird diese Mutter Gnade finden, und was unseinzig nothwendig ist, das ist ja die Gnade. „Laßt uns also Gnadesuchen, und zwar durch Maria; denn was sie sucht, das findetsie und nimmer kann sie vergeblich suchen.Eins von Beiden wird nun Euer Theil sein, o Bernarde,so Ihr es nur glaubet, und Gott gebe, daß Ihr es glaubenmöget, nämlich was der heil. Bonaventura sagt: „O allerseligsteMutter, wie ein Jeder, der von Dir sich abwendet und von Dirverachtet wird, nothwendig zu Grunde geht, so kann unmöglicheiner, der sich zu Dir wendet, und den Du mit gnädigen Blickenanschauest, verloren gehen.Siebenundzwanzigstes Kapitel.Damit der Verfasser nun dieses Büchlein nicht ohne Gunst und Gabe beschließe, soentbietet er und reicht den kranken reformirten Brüdern eine heilsame und kräftigeMedizin, die sie von allen übelen und faulen Säften, welche ihnen die Krankhei-ten ihres verkehrten Verstandes und ihrer Verirrungen verursacht haben, reinigenkann. Er hat dieselbe dem heil. Augustin entnommen.Ich weiß sehr wohl, woran auch Niemand zweifeln kann,welchen Dank ich von den reformirten, evangelischen Männernfür diese meine Schrift zu erwarten habeWas sage ich, Dank! Schon der Titel dieses Büchleins undnoch mehr die Substanz und der Inhalt desselben wird ihnen denKopf ganz verwirren und sie wüthend machen. Und was wirddie Folge davon sein? Ganze Ströme von Scheltworten, Schmähungen und Lästerungen werden die Prädicanten aus ihrer innerenbitteren Galle heraus wider das Büchlein speien.Um diesen üblen Folgen nun zuvor zu kommen, oder sieeinigermaßen zu heilen, auf daß sie nicht bei allen Confratres ohneUnterschied die gleiche Kraft und Wirkung haben: so wollte ich1 Hæc peccatorum scala, hæc mea maxima fiducia est; hoc tota ratiospei meae. — ² Semper hæc inveniet gratiam, et sola est gratia, qua egemus.Quæramus gratiam, et per Mariam quæramus: quia, quod quaerit invenitet frustrari non potest. Serm. de nativ. Mariae. — 3 Sicut, o beatissimaMater, omnis a te aversus et a te despectus necesse est, ut intereat: omnisad te conversus et a te respectus, impossibile est, ut pereat.
Druckschrift
Bekehrungsgeschichte des holländischen calvinischen Predigers Mathias Zelhorst in der Grafschaft Zütphen : aus dem Holländischen übersetzt
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119
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