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Bekehrungsgeschichte des holländischen calvinischen Predigers Mathias Zelhorst in der Grafschaft Zütphen : aus dem Holländischen übersetzt
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1016. Und auf daß Niemand darin saumselig werde, so willGott, daß Jeder für sich sein Heil mit Furcht und Zitternwirken soll, ohne völlige Versicherung, wie er vor Gott steheund ob er in seiner Gnade, die er ihm gegeben, auch ver-harren werde.Da diese Strahlen der Sonne der Gerechtigkeit auf meineSeele gefallen waren, um dieselbe zu durchleuchten, und ich sie dochnicht vor ihnen verbergen konnte, so war damit auch der Nebelund die düstere Wolke jeglichen Hasses meiner Brüder verschwun-den, so daß ich nun sofort mit großer Verwunderung vor meinenAugen den Berg des Herrn liegen sah, auf welchem sein Hauserbauet ist, die Stadt, die vor allen Augen offenbar ist, dieKirche des lebendigen Gottes, die Säule und Grundveste derWahrheit. Seht, Brüder! ich steige nun hinauf; ich gehe Euchvor, ich lade Euch mit dazu ein; wagt es im Namen des Herrndurch Gottes Hülfe, die er Euch nicht weigert, sondern anbietet:denn dort werden uns in der Wahrheit Gottes Wege gezeigtwerden; dort wird uns gelehrt werden, wie man auf seinenWegen wandeln muß.Sechsundzwanzigstes Kapitel.Der Verfasser wendet sich an den Prädicanten Bernhard Crusius, und theilt ihmmit, wie seine Sachen stehen, und welchen Verlauf sie nehmen, indem er ihn so ge-treulich gewarnt hat, er solle sich doch nicht zum Haufen der Päpstlichen begebenSehr hochgelehrter Domine Crusi! Freilich können wir inBetracht unseres von einander weit entlegenen Wohnplatzes nichteine gute und passende Gelegenheit haben, daß ich Ew. Edelenmündlich mittheile, wie es mir jetzt geht, und was mir täglichwiderfährt, und widerfahren ist, von der Zeit an, wo ich vonEw. Edeln am letzten Tage unserer Conferenz in Zütphen inEurem Hause geschieden bin. Ew. Edeln stellten mir damalszwei sehr schwere und wichtige Punkte, worüber ich mich wohlbedenken sollte, und zwar bei Zeiten, ehe es zu spät sei, die Ge-sinnung wieder zu ändern, auf daß ich mich und die Meinigennicht in großes Beschwer und Elend brächte, und genöthigtwürde, meinen Wohnplatz, in welchem ich bis jetzt gemächlich undnach Bequemlichkeit, in guter Ruhe und vollem Frieden habeleben können, was für mein Alter allerdings wohl nothwendigsei, zu verlassen, und mir ohne Bedacht und Rath einen anderenWohnort und zwar ohne Zweifel bei den Papisten zu suchen, womir die genannten Vortheile sicher abgehen würden.Diese Punkte waren folgende:1. Daß mein Gewissen jetzt in einen tiefen Schlaf undTraum gerathen sei; es werde aber seiner Zeit wieder erwachen,und mir dann klar vorhalten und vor Augen stellen, welch' einen