100Männer, Brüder! wenn Euch das recht zu Herzen gingeohne Zweifel würde Euer Zorn und Widerwille gegen mich sichbedeutend mindern, ja wie der Rauch in der Luft verschwinden.Macht es aber auf Euch keinen Eindruck, nutzt es Euchnichts, und muß es dann leider so sein, daß Ihr in Eurem ver-kehrten Sinne fortwandelt, und den Gründen der katholischenWahrheit widerstehet, mich aber zu blamiren und zu lästern nichtaufhören wollet: so werden wir hierin Geduld haben, und mitLangmuth den Tag erwarten, welcher bald kommen und nichtausbleiben wird, von welchem Sankt Augustin sagt. „Dannwird er Richter über dich sein, welcher jetzt Zeuge deines Wan-„1 — Weil nun alle gute katholische Herzen nicht an dieserdels ist.Sache zweifeln, so schweben sie zwischen Furcht und Hoffnung,ermuntern einander, und sprechen mit demselben heil. Vater:„Laßt uns froh sein über die Barmherzigkeit des Herrn; aberlaßt uns fürchten das gerechte Urtheil des Herrn. Er schont,während er schweigt“ (um uns nach Verdienst zu strafen); „er wirdaber nicht immer schweigen“ (um seinen gerechten Zorn zu offen-baren). „Hört auf ihn, so lange er nicht schweigt, Euch zumahnen (zur Buße), damit ihr ihn nicht zu hören brauchet“ (zuEurer Schande und ewigem Verderben), „wenn er als Richtersprechen wird.Männer, Brüder!Jetzt lege ich Euch die Ursachen, die unwidersprechlichenGründe vor, die mich genöthigt haben, dem Titel, welchen ich diesem Büchlein gegeben habe, auch zu entsprechen. Höret sie, es sindfolgende1. Daß ich jetzt durch Gottes Gnade wider die lügenhafteund verdammliche Lehre. Calvins gänzlich versichert bin, daß Gottmich und alle Menschen zur ewigen Seligkeit, keinen aber zur Ver-dammniß geschaffen habe.2. Daß der Mensch seinen freien Willen und die Wahl hat,selig oder verdammt zu werden.3. Bei dieser Wahl ist dem Menschen das Gesetz der GeboteGottes vorgestellt, welches er halten muß, wofern er seligwerden will.4. Um diese seine Gebote zu erfüllen, verweigert Gott derHerr Niemanden seine Gnade, der dieselbe sucht, sie von Herzenvon Gott erflehet und darnach verlangt.5. Dazu will Gott einem jeden den gerechten Lohn nachseinen Werken geben.fico tribunali, et incertam adhuc expectare subtam districto judice senten-tiam? Serm. 8. In Psalm. Qui habitat.1 Tunc erit ipse judex causae tuae, qui modo testis est vitae tuae.Lib. de decem chordis cap. 2.2 Gaudeamus ad misericordiam Domini, sed timeamus ad judiciumDomini. Parcit, dum tacet, sed non semper tacebit. Audi dum non tacetin verbo, ne tibi vacet audire, dum non tacet in judicio. Eod. Lib. 1, cap. 1
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Bekehrungsgeschichte des holländischen calvinischen Predigers Mathias Zelhorst in der Grafschaft Zütphen : aus dem Holländischen übersetzt
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