78und genöthigt werden, Gottes Gebote zu halten. Warum? Weilsie dieselben gern, willig, aus sich selbst ohne Zwang, ja mit Lustund großer Begierde vollbringen, und mit dem Propheten spre-chen: Herr, wir haben gesagt, sagen es jetzt, und werden es, solange wir leben, durch deine Gnade sagen: „Unser aller Antheilist, deine Gebote zu halten.“ Als ob wir sagten: Hieran hängtunser Leben, unser Trost, unsere Freude, unsere Krone und Herrlichkeit, daß du uns dein Gesetz gegeben, und dabei so überschwänglich in unsere Herzen durch den heil. Geist die Liebe derGerechtigkeit und des Gehorsams ausgegossen hast. Wir dankendir, o Herr und Gott, daß dieses unser Theil geworden ist, deinGesetz nämlich, welches uns lehrt, worin wir darin Fortschrittemachen, und zwar aus jener Liebe, welche hervorgeht aus einemreinen Herzen, aus gutem Gewissen und aufrichtigem Glauben,nicht aber aus der Furcht vor der Strafe, womit du, o Herr,dem Gottlosen und Widerspenstigen dräuest. Dasselbe nun sagenauch folgende Worte des Apostels: „Aber den Ungerechtenund Ungehorsamen, I. Timoth. 1, 9., ist nämlich das Gesetzgegeben. Wer sind diese? Was wird ihnen gesagt? Der Apo-stel spricht: Die Ehebrecher, die Hurer, die Vollsäufer, Todt-schläger 2c. — Was müssen sie hören? „Daß sie das Reich derHimmel nicht erben, noch besitzen werden“, I. Cor. 6. Unddieses, weil sie die ihnen angedrohte Strafe nicht fürchten, sichnicht von ganzem Herzen zu Gott bekehren und würdige Früchteder Buße bringen.Wenn ein junger Mann wohl erzogen ist und hinlänglichgelernt hat, bedarf er keiner Lehrer mehr. Ein Mann, der allzeitbereit und willig ist, und auch wirklich treu erfüllt, was ihm be-fohlen und aufgetragen wird, braucht nicht durch Drohen undSchläge dazu getrieben zu werden: ebenso ist es auch nicht nö-thig, daß Gott der Herr dem Gerechten drohe, und die Strafeihm vor Augen stelle, indem dieser jederzeit angethan ist, allesGute, Ehrliche und Billige zu vollbringen, so wie das Gesetz esverlangt und gebietet. Ihr müßt das wissen, Männer, Brüder,und wisset ihr es nicht, so lernt es von mir, daß im Gesetze dreiPunkte gipfeln, die uns nicht unbekannt sein dürfen:1. Daß es alle Menschen verpflichtet, und Niemand, derzum Leben will eingehen, wie uns die ewige Wahrheit versichertdavon entbunden ist. Matth. 19.2. Daß es den Menschen führt, leitet und ihn lehrt, waser zu thun und zu lassen hat; und3. Daß es ihn warnt, antreibt, ja die Ungehorsamen undWiderspenstigen zwingt und sie drängt mit Androhen der Qualenund schrecklichen Strafen, welche darauf in der Ewigkeit folgenwerden.Die zwei ersten Punkte wendet das Gesetz auf alle, auchauf die Gerechten an; den dritten aber nur gegen die Ungerechten.
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Bekehrungsgeschichte des holländischen calvinischen Predigers Mathias Zelhorst in der Grafschaft Zütphen : aus dem Holländischen übersetzt
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78
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