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Bekehrungsgeschichte des holländischen calvinischen Predigers Mathias Zelhorst in der Grafschaft Zütphen : aus dem Holländischen übersetzt
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76aller Menschen Augen am Tage, daß Ihr jetzt thuet was Ihrjederzeit thuet.Ich habe Euch so viele klare Stellen der heil. Schriftvorgelegt, die uns sagen, was die römisch=katholische Kirche lehrt.Aber diesen widersprechet Ihr, und um Eure Lügen wahr zu ma-chen und zu befestigen, plagt Ihr Euch, dieses mit den Wortendes Apostels zu thun, der gesagt hat:Daß das Gesetz nichtfür die Gerechten gegeben sei. 1. Tim. 1. 9. Ja wohl! dashat der Apostel gesagt, und ich glaube seinen Worten.Was sagt Ihr aber nun? Darum sind die gläubigen Chri-sten nicht gehalten das Gesetz zu erfüllen, und es festzuhalten.Sagt es aber der Apostel? Nein, das sagt er nicht, und Ihrkönnt dieses auch nicht glauben, weil es nicht geschrieben steht.Verläugnet Ihr da nicht Euren eigenen Glauben? Und wennIhr Andere lehrt, und ihnen einpredigt, daß dieses der Apostelsage, seid Ihr da keine Lügner und Betrüger? Ihr saget: DerText und die Worte des Apostels sind klar, und haben keineAuslegung nöthig, wir aber geben mit unserm eigenen Worteeine solche, und legen sie den Gläubigen vor.Wenn ich nun von Euch sagen, und auf Euch die Worte desApostels aus demselben Kapitel 1 Tim. 1. 5, 6 und 7 anwendenwollte, die da lauten:Denn der Endzweck des Gebotes istLiebe aus reinem Herzen und gutem Gewissen und unverfälschtemGlauben, wovon einige abgewichen sind, und auf eibles Geschwätzverfielen. Sie wollen Gesetzesgelehrte sein, und verstehen nichtwas sie sagen, noch was sie behaupten! Ich sage, wenn ichso von Euch reden wollte, würde ich Euch denn Unrecht thun?Indessen will ich dieses nicht thun; nur das allein will ich jetztsagen, daß, so wie der klare Text es mit sich bringt, daßder Apostel gesagt habe: Lex justo non est posita. (Das Ge-setz ist nicht für den Gerechten gegeben), ungeachtet dieses Aus-spruches der klare Text es nicht minder mit sich bringt, den derProphet David gesagt hat: Tu legem posuisti mihi. Ps. 118.(Herr, du hast mir ein Gesetz gegeben.) Wer von beiden hat nunRecht? Oder haben Beide recht und wohl gesprochen?Hieran dürfen wir freilich nicht im geringsten zweifeln. Oderman müßte sagen, der Prophet David sei der gottlose Mann, demGott sein Gesetz gegeben, und die reformirten Brüder seien jenegerechten Männer, die er unter kein Gesetz gestellt haben will.Wer aber wird das glauben? So haben also beide Recht. Daindessen diese beiden Aussprüche einander zu widersprechen scheinen,wiewohl sie es in der That nicht thun, wie kann und soll mansie dann mit einander reimen und vergleichen, damit man denrechten Sinn finde?Was mich betrifft, so werde ich es nicht thun, kann es auchdurch mich selbst nicht, weil ich die Mutter aller Gläubigenhierin als Richterin anerkenne, die mich über den rechten Sinn in