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Bekehrungsgeschichte des holländischen calvinischen Predigers Mathias Zelhorst in der Grafschaft Zütphen : aus dem Holländischen übersetzt
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75und dem Herrn danken. Das ist die Pforte des Herrn; die Ge-rechten werden hineingehen. Ps. 118, 60.Ich bin bereit undunverlegen deine Gebote zu halten. Und wiederum:Es ist meinTheil, daß ich dein Gesetz bewahre . . . Darum lieb' ich deineGebote mehr als Gold und Edelgestein. Den Weg DeinerGebote bin ich gelaufen, da Du mein Herz erweitert hast. Die-ses sagt David; und weil im Hause Jakobs, das ist in derKirche Gottes, viele Abrahamskinder sich befinden, die die Werkeihres Vaters thun, so sagt auch derselbe Prophet, Ps. 118, 60:Ich nehme Theil an Allen, die Dich fürchten und Deine Gebotehalten.Seht, wie schön das Gesetz und die Propheten übereinstim-men: was der Eine sagt, sagen auch die Anderen; denn alle ihreWorte zielen dahin:Willst du zum Leben eingehen, so halte dieGebote. Matth. 19, 17. Dieses ist nun die geliebte Schwesterauf der die Augen des freien Willens der Gerechten täglichruhen. Was aber sagt hiergegen mein Herr Crusius mit seinenConfratres? Daß mein und aller Katholiken Wort unwahr sei,daß wir den rechten und eigentlichen Sinn der Schriftstellennicht verstehen und darum dieselben verkehrt auslegen.Aber, meine Lieben! Was ist mein Wort, was ist meineMeinung, was ist meine Auslegung? Ich rede nicht meineWorte, noch was meine Meinung ist, noch wie man die Schriftverstehen soll. Ich führe sie ja nur an, wie der klare Text esmit sich bringt, und darum muß ich es glauben! Ihr selbst wol-let ja nichts mehr von mir als dieses! Ihr sagt ja stets undallzeit: Man muß nichts glauben oder es muß klar in der Bibelgeschrieben stehen! Sind sie denn nicht klar genug darin geschrie-ben? Crusius wird sagen, wie alle Prädicanten: Wir müssenhier sehen, was uns der Apostel Paulus hiervon sagt:Christushat uns erlöset vom Fluche des Gesetzes. Gal. 3, 13. Wor-aus klar hervorgeht, daß das Gesetz nicht für die Gläubigen, diedurch Christum erlöset sind, gegeben ist. Hat uns nun Christusdavon erlöset, wie sollen wir uns dann wiederum zu Sklavendes Gesetzes machen? Heißt das nicht gut argumentiren, gründ-liche Schlüſſe ziehen?Aber, liebe Männer! Alte Sperlinge kann man nicht mitSpreu fangen!! Es iſt unmöglich, Männer, Brüder, daß ichEuch noch Glauben beimesse; und zwar aus zwei wichtigen Grün-den: Erstens, weil Ihr Euch selbst nicht glaubet, und zweitensweil Ihr den Glauben, mit welchem Ihr Euch brüstet, und Eucheinander zusaget, alsbald wieder läugnet. Ihr glaubet und lehretdaß alle Glaubensartikel, die Ihr wider die römisch=katholischeKirche aufstellt, sönnenklar geschrieben dastehen, und wollt diesesJedermann aufbinden. Nach Euren Worten glaubet Ihr dasläugnet es aber wiederum. Ihr lehret dieses, und macht Euchdamit vor Jedermann zu Lügnern. Thut Ihr das? Es liegt vor