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Bekehrungsgeschichte des holländischen calvinischen Predigers Mathias Zelhorst in der Grafschaft Zütphen : aus dem Holländischen übersetzt
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71Deßhalb ist es offenbar augenscheinlich und unzweifelhaft, daßjeder einen freien Willen erhalten von Gott, der mit seinem eige-nen Munde gesagt:Wenn ihr wollet und wenn ihr nicht wol-let, auf daß es in des Menschen Macht sei, Gutes oder Böseszu thun.Der heil. Bischof und Märtyrer Cyprian schreibt hinwiederalso:Der Herr hat die, welche von ihm fortgingen, nicht gerügt,noch mit Strafworten ihnen gedroht, sondern er wandte sich vielmehr zu den Aposteln mit den Worten: Wollt auch ihr gehen?indem er nämlich das Gesetz beobachtete, wodurch dem Menschenseine Freiheit gelassen ist, und er durch seinen eigenen freien Wil-len sich selbst den Tod oder das Heil wählt.* Es gibt keineheil. Lehrer, die anders reden.Der heil. Augustin sagt über die Ausdrücke des Apostelswelche die Ketzer gegen den freien Willen öfters im Munde füh-ren:Man glaube ja nicht, daß der Apostel darum den freienWillen ausgeschlossen, weil er gesagt: Gott ist es, der in euchdas Wollen und Vollbringen nach seinem guten Willen wirkt:denn wäre das so, er hätte vorher nicht gesagt: Wirket euer Heil11 3mit Furcht und Zittern.Wollen die Prädicanten wiſſen, was der Spruch des Apo-stels bedeutet, mögen sie denselben Vater hören, welcher alsospricht:Daß wir wollen, wirkt Gott ohne uns. Wenn wiraber wollen, und so wollen, daß wir thun, so wirkt er mit uns.Wirkt er aber nicht, daß wir wollen, oder wirkt er nicht mitwenn wir wollen, so können wir keine gottesfürchtigen Werke zu-4wege bringen.Das ist die Auslegung des heil. Augustinus. Was sagt nunaber der Erzvater der reformirten Gemeinde, Calvin, hiervon?Etwas ganz Besonderes, ganz Neues! Und was denn?Daßich sage: der Wille ist der Freiheit beraubt, er wird nothwendigzum Bösen gezogen oder geleitet, so wundere ich mich, daß je-manden diese Rede hart erscheint.Iſt das nicht zum Ver-wundern! Ist das nicht etwas Neues?i Itaque manifestum, evidens et indubium est, unicuique liberumarbitrium concessum a Deo, qui per seipsum dixerit: Si volueritis et sinolueritis, ut penes hominem sit. bene facere vel prave operari. Haeres. 16. 2 Dominus non increpuit recedentes aut graviter comminatus est, sedmagis conversus ad Apostolos suos dixit: Numquid et vos vultis abireservans scilicet legem, qua homo libertati suae relictus, et in arbitrio proprioconstitutus, sibimetipsi vel mortem appetit vel salutem. Lib. 1. Epist. adCornel. 3 Non enim, quia dixit: Deus est enim, qui operatur in nobiset velle et operari pro bona voluntate: ideo liberum arbitrium abstulisseputandus est. Quod si ita esset, non superius dixisset: Cum timore et tremore vestram ipsorum salutem operamini. Lib. de grat. et lib. arb. cap. 9 4 Ut velimus, sine nobis operatur Deus. Cum autem volumus, et sicvolumus, ut faciamus, nobiscum operatur: tamen sine illo vel operante utvelimus, vel cooperante cum volumus, ad bona pietatis opera nihil vale-mus. s Porro, quod libertate abdicatam voluntatem dico, necessitate inmalum trahi vel duci, mirum est, si cui videatur dura locutio. L. 2. Inst.cap. 2.