70nicht gebauet, um darin zu wohnen; Weinberge und Oelgärten,die ihr nicht gepflanzt. Darum fürchtet den Herrn, und dientihm aus vollkommenem, ganz aufrichtigem Herzen. . . . Dünkt eseuch aber übel, daß ihr dem Herrn dienen sollet, so bleibt euchdie Wahl; wählt, was euch beliebt, wenn ihr am meisten zu dienen schuldig seid; ich aber und mein Haus wollen dem Herrndienen.“ Josue 24, 13.Sind das insgesammt nicht auch Adamskinder? Muß nichtein Jedes von ihnen auch bekennen mit dem Propheten: „Siehein Sünden bin ich empfangen. Ps. 50. Gehören nicht alle zumGeschlechte, von dem der heil. Job sagt: „Wer vermag den zureinigen, der von unreinem Samen empfangen ist?“ Job 14.Und dennoch wird ihnen gesagt: „Wählet das Leben; es stehteuch frei; ich aber und mein Haus wollen dem Herrn dienen.Was wollet ihr nun mehr! oder ihr müßtet sagen, Gott derHerr, Moyses und Josue hätten spottweise gesprochen, wie esCalvin gethan über die Worte Christi: „Willst du zum Leben ein-gehen, so halte die Gebote.“ Matth. 19, 17. Der dieses gespro-chen, der hat auch gesagt: „Wer mir nachfolgen will, der ver-läugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir.Das heißt: Ich zwinge niemand, sondern überlasse es seinerWahl, seinem Willen. Darum sprach der Herr zu den hartnäcki-gen Juden, welche seine Lehre verachteten, und nicht darauf hörenwollten: „Wie oft wollte ich deine Kinder versammeln, wie dieHenne ihre Küchlein unter ihre Flügel sammelt, du aber hast nichtgewollt. Matth. 23, 37. So redet auch der heil. Stephanusder erste Märtyrer des neuen Testamentes, und zwar noch vielschärfer: „Ihr Halsstarrigen und Unbeschnittenen an Herz undOhren! ihr widerstrebt alle Zeit dem heil. Geiste, wie eure Väter,so auch ihr. Act. 7, 51. Wer nicht versteht, was diese Worteüber den freien Willen für eine Kraft und Wahrheit in sich haben,der ist unverständiger als ein Kind, und eines ganz verkehrtenSinnes.Wiewohl nun das Gesagte überflüssig hinreichend ist, um denPrädicanten die Schamröthe in's Gesicht zu treiben, so wollenwir dennoch, um sie ganz zu Schanden zu machen, auch die An-sichten und Gefühle der apostolischen Männer und heiligen Kir-chenlehrer noch hören. Der heil. Hieronymus begegnet dem Erz-ketzer Jovinian mit diesen Worten: „Gott hat uns geschaffen miteinem freien Willen; wir werden nicht gezogen, weder zu denTugenden, noch zu den Sünden. Wo hingegen die Nothwendigkeit herrscht, dort ist weder Verdammniß noch Krone.Der heil. Epiphanius legt den Ketzern, die den freien Willenläugneten, um ihnen das Maul zu stopfen, folgendes Gebiß an:1 Liberi arbitrii nos condidit Deus: nec ad virtutes, nec ad vitiatrahimur. Alioquin ubi necessitas, ibi nec damnatio nec corona est. Lib.2 cont. Jovinian.
Druckschrift
Bekehrungsgeschichte des holländischen calvinischen Predigers Mathias Zelhorst in der Grafschaft Zütphen : aus dem Holländischen übersetzt
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70
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