66abweichen von deinen Geboten.“ Ps. 118, 21. Und wiederum,Ps. 23, 155: „Das Heil ist fern von den Sündern, denn siehaben nicht gesucht deine Rechtfertigungen.“ Ist das nicht einhartes Wort? Wie tröstlich aber ist dasselbe Wort für uns, diewir die Stimme des Herrn hören, und unsere Herzen nicht ver-härten, wenn wir im Glauben und in der Wahrheit mit dem Pro-pheten sprechen: „Ich habe mein Herz geneigt, deine Gerechtigkeitzu erfüllen in Ewigkeit. Ps. 118, 112. Fürwahr, dem Teufelund der Welt zum Aerger haben wir den Trost und die Ver-sicherung für unsere Seele, daß bei Gott kein Ansehen der Persongilt, sondern daß ein jegliches Volk, welches Gott fürchtet, dieSünde verläßt und Gerechtigkeit übt, ihm angenehm ist, nach denWorten des heil. Apostel Petrus. Oeffnet dann eure Ohren undhört ihr, alle Kinder Adams; denn der Herr, unser Gott, dieewige unveränderliche Wahrheit, die nicht lügen, noch trügen kann,erklärt uns seinen Willen durch den Mund des Propheten Ezechiel:„Ich lebe, spricht der Herr; ich will nicht den Tod des Sünders,sondern daß der Gottlose sich von seinem Wege bekehre und lebe.Bekehrt euch, bekehrt euch von euren verkehrtesten Wegen. Warumwollt ihr sterben, Haus Israel!“ Ezech. 18. Als wenn er sagte:Ist es nicht eure eigene Schuld? Darum sagt das euch Ecclesia-sticus: „Der Herr hat Niemanden befohlen, Unrecht zu thun;Niemand gibt er Zeit, um zu sündigen; denn er will keine un-gläubigen und unnützen Kinder. Er ist der gottlosen Menschennicht bedürftig.“ Eccli. 15. — Der heil. Ambrosius sagt: „Diemenschliche Natur ist veränderlich und geneigt zu Beidem“ (Gutemund Bösem), daher wendet er seinen Sinn und Gedanken auchdorthin, wohin er blickt, entweder zur Uebung der Tugenden oderzum Reize der Sünden!Der Mensch ist Mensch, das heißt: im Sinne und Willenveränderlich; er wird nicht durch eine unvermeidliche Nothwendig-keit zu den Tugenden oder Sünden getrieben und gedrängt, sodaß er nothwendig entweder das Gute oder das Böse thun müßte;sondern er wählt sich freiwillig eins von Beiden. Darum stehtvor dem Menschen, sagt der weise Sirach, Leben und Tod, Gutesund Böses; was ihm gefällt, wird ihm gegeben werden. Eccli.15, 18. Was müssen wir nun zu unserem Vortheil wählen?Der liebe Gott läßt seine Stimme hören und spricht: „Erwähltdas Leben, auf daß ihr und euer Geschlecht leben möge. Liebetden Herrn, euren Gott, und gehorsamet seiner Stimme und bleibet bei ihm; denn er ist euer Leben und die Dauer eurer Tage.Deut. 30, 19. Aus welchem Herzen kommen diese Worte? DasBuch der Weisheit (11, 24) sagt es uns: „Du, o Herr, erbarmest dich aller Menschen: denn du vermagst Alles, und bist nach-1 Proclivis et mutabilis est in utrumque humana conditio, ut, quocumque intenderit, eo perpendat et vergat, vel ad studia virtutum vel ad illecebras delictorum. Lib. de Joseph.
Druckschrift
Bekehrungsgeschichte des holländischen calvinischen Predigers Mathias Zelhorst in der Grafschaft Zütphen : aus dem Holländischen übersetzt
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Seite
66
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