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Bekehrungsgeschichte des holländischen calvinischen Predigers Mathias Zelhorst in der Grafschaft Zütphen : aus dem Holländischen übersetzt
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67sichtig gegen die Sünden der Menschen um der Buße willen; denndu liebst Alles, was da ist, und hassest nichts, was du geschaffenhast. . . . O, Herr! der du die Seelen lieb hastWas bedeuten diese Worte anders, als daß der liebe Gottder alle Dinge regieret und dem Ziele, zu welchem sie geschaffensind, entgegen führt, der die Güte, Liebe und Barmherzigkeit selbstist, Niemanden zur ewigen Verdammniß geschaffen hat, Niemandenzu einem Knechte der Sünde und Sklaven des Teufels, sondernfür Sich selbst, daß er Ihm diene und ewig mit ihm lebe; wozuer alle Menschen ruft und einladet. Darum erklärt sich der heil.Augustin also:Gott ist aller Menschen Schöpfer; doch ist Nie-mand von Ihm erschaffen, auf daß er verloren gehe. Denn eineandere ist die Ursache, warum sie geboren werden, eine anderewarum sie verderben. Denn, daß sie geboren wurden, ist einegnädige Wohlthat, daß sie aber verdammt werden, das bewirktder Ungehorsam und die muthwillige BosheWoher mochte nun Calvin und seinem Anhange dieser großeUnsinn einfallen, daß er lehren und schreiben konnte:Die Men-schen werden nicht zu gleichem Ziele geschaffen, sondern für denEinen wird zum Voraus das ewige Leben, für den Andern dieewige Verdammniß bestimmt. Je nachdem deßhalb einer zu einemdieser beiden Zwecke geschaffen ist, so sagen wir, daß er entwederzum ewigen Leben oder zum ewigen Tode vorher bestimmt ist.O, Calvin! Was ist das für ein Wort! Urtheilst du soüber ein Geschöpf, das Gott nach seinem Bilde und Gleichnissegeschaffen hat? Aus welcher Bibel hast du das genommen? Ausder Bibel, welche Gott seiner Kirche anvertraut hat? Darinfindet man das nicht. Aus welcher Bibel hast du es dannWahrlich, aus derjenigen, welche den Lucifer mit seinem ganzenAnhange in den Abgrund der Hölle gestürzt hat. Denn sehr gutsagt der heil. Vater Hieronymus:Wenn die Ketzer die Schriftauslegen, so machen sie aus dem Evangelium Christi ein Evan-gelium des Teufels. Haltet euch jetzt nur still, ihr Prädican-ten, damit es euch nicht übel werde, und euer Magen sich nichtumdrehe, da das erste Banquet, was euch Calvin vorsetzt, alsoumgerührt wurde: denn das Schönste und Leckerste kommt nach!Was dünkt euch Folgendes:Es ist ganz ungebührlich undohne allen Grund, daß man die Vorbereitung des Menschen zumVerderben, zu seinem Untergang, zu seiner Verdammniß etwasAnderem zuschreibe und zurechne, als dem verborgenen RathschlusseGottes.1 Omnium quidem hominum Deus Creator est: sed nemo ideo ab eocreatus est ut pereat: quia alia est causa nascendi, alia pereundi. Ut enimnascantur homines, est beneficium, ut autem pereant, praevaricationis estvitium. 2 Non pari conditione creantur homines, sed aliis vita aeterna,aliis damnatio aeterna præordinatur. Itaque prout in alterutrum finemquisque conditus est. ita vel ad vitam vel ad mortem praedestinatum dicimus. Lib. 5. Instit. cap. 21. 3 Minime consentaneum est, præparationemad interitum alio transferre, quam ad arcanum consilium Dei? Ibid.