65meine Gründe über den Haufen werfen könnten, so wurde ichdarin gänzlich getäuscht; — ich hatte an Taubmanns Thüre ge-klopft. Nein, die Conferenz mußte mündlich geschehen und zwarin der Wohnung meines Herrn Crusius, wo er zu gebieten hattewie er das auch sattsam bewährte. Denn, da er merkte, daß erseinen Plan nicht durchführen konnte, riß er mir mit einem un-willigen und schrecklichen Gesichte meine Papiere aus der Handmit den Worten: „Diese kommen uns zu!“ Kommen sie euchzu, du erbitterter und ungestümer Mann! Wo steht das geschrie-ben?— Sie wenden vor und sagen, ich habe sie mit Wortenund Schriften nur hinhalten und nicht bekennen wollen, daß ichpäpstlich gesinnt sei.Aber, liebe Männer! Hätte ich nicht einen großen Fehlerja Unsinn und einen Kinderstreich begangen, wenn ich anders ge-handelt hätte! Sollte ich sagen: Ich bin römisch=katholisch, woich die Grundlage des katholischen Glaubens noch nicht einmalreiflich geprüft, und dieselbe mir fest und unerschütterlich gelegthatte? Wenn man anfängt zu zweifeln, ist man dann schonsicher? Wenn man etwas sucht, weiß man dann schon, wo esverborgen ist? Ist das Legen des Fundamentes zum Bau desHauses schon hinreichend? Die Prädicanten mögen sich gebärdenlosfahren, rasen, wüthen, so lange sie wollen: Männer, welchenicht auf beiden Schultern tragen, welche Verstand mit Bescheiden-heit verbinden, und diese Dinge, wovon die ewige Seligkeit oderVerdammniß unserer Seele abhängt, mit einfältigen, reinen Augenbetrachten, werden davon ein ganz anderes und besseres Urtheildavontragen, als die erbitterten und sinnlosen Prädicanten.Da ich nun sah, wo es mit der Sache hinaussollte, erhobich meine Augen gen Himmel und sprach: „O, mein Gott undmein Herr, du Liebhaber der Menschen und Seligmacher der Welt,der du willst, daß alle Menschen selig werden und zur Erkennt-niß der Wahrheit gelangen, stehe mir bei in dieser meiner Nothder du den Willen gegeben, gib nun auch das Vollbringen!Neunzehntes Kapitel.Der Verfasser begründet aus Gottes Wort, daß der Herr Niemand zur Verdammniß geschaffen hat, sondern alle zur Seligkeit, und daß er darum den bußfertigenSünder nicht verstoßen will.Der königliche Prophet läßt in seinen Psalmen sich hören mitden Worten: „Heute, wenn ihr seine Stimme höret, verhärtetnicht eure Herzen.“ Ps. 94, 4. Wendet aber Einer Ohren undHerz davon ab, so ruft der Herr ihm entgegen: Ich habe geschworen in meinem Grimme, daß sie nicht eingehen sollen in meineRuhe. Das heißt: in Ewigkeit sollen sie keinen Theil an mirhaben. — Mit Recht spricht dann der Prophet: „„Verflucht, dieZelhorst, Bekehrungsgründe.
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Bekehrungsgeschichte des holländischen calvinischen Predigers Mathias Zelhorst in der Grafschaft Zütphen : aus dem Holländischen übersetzt
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65
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