60nur das Mindeste der Gebote Gottes halten könne. Sie erklärenhiermit vor der ganzen Christenheit und bewahrheiten es durchdieses ihr Zeugniß, daß sie nicht Abrahams Kinder sind, noch dasauserwählte Volk, dem Gott der Herr den Eid geschworen hat,daß sie, ohne Furcht, erlöset aus den Händen ihrer Feinde, ihmdienen sollten in Heiligkeit und Gerechtigkeit alle Tage ihresLebens. Luc. 2.Wenn dem nun also ist, wie Jedermann wohl weiß, der eswissen will, so kann man leicht ohne Brille, ja auch blos miteinem Auge sehen, warum die verlaufenen Mönche und Pfaffendie reformirte Religion aufsuchen, sie so begierig annehmen undals ihre liebe Braut umarmen, das süße und liebenswürdige JochChristi hingegen, was sie freiwillig auf sich genommen hatten, ohnealle Scham um Jener willen verschmähen, verachten und verwerfen:und daß sie also den Eid, den sie Gott und der heiligen Kirchegethan, ohne den Herrn und seine zukünftige Rache zu fürchten,auf das Schändlichste brechen, und die Gelübde der ewigen Keusch-heit, des Gehorsams und der freiwilligen Armuth nur mehr fürein Kinderspiel halten, da doch das Brechen derselben von allenheiligen Kirchenvätern und Lehrern, ja von der gesammten Christenheit für die größte Schande, Ehrlosigkeit und für verfluchtesSacrilegium gehalten worden ist, durch welches Gott, die höchsteund ewige Wahrheit und seine Braut, die heilige katholische Kircheauf's Tiefste entehrt, geschändet nud gelästert wird.Von woher hat dieses Werk seinen Ursprung? Nur daher,weil sie den weiten Zaum suchen und ohne Zwang zu leben gedenken, weil sie ihren Obern nicht länger gehorchen wollen. Siewollen ihren Leib nicht länger kasteien und unter die Herrschaftdes Geistes bringen, sondern essen, trinken, spielen, scherzen, sichgute Tage machen und alle weltlichen Genüsse ohne Sorge undWiderspruch unter dem Deckmantel der reformirten Religion mit-machen. Darum verlassen sie ihr Kloster und werfen das Ordens-kleid fort; denn an Fasten und Breviergebet wird nicht mehrgedacht; des Nachts oder des Morgens früh aufstehen, um Gottden Herrn anzubeten und Sein Lob zu singen, das setzt man beiSeite, um ruhig und gemächlich schlafen zu können, um der Haus-frau (wenn man sie so nennen mag) zu genügen und den fleischlichenLüsten zu fröhnen. Fürwahr! würden ihnen diese Dinge imPapstthum ohne Einsprache und Schande, ohne Strafe und Züch-tigung, ohne Buße und Kasteiung zugestanden, niemals würdensie ihren Glauben und ihre Religion ändern, nicht würden sieihre Mitbrüder verlassen und das Ordenskleid abwerfen, und soin vollem Lauf den reformirten Brüdern zueilen.Vor wenigen Jahren geschah es, daß ein Mönch (wir könnenwenn's nöthig, seinen Namen nennen) vom Orden der Kreuzbrüderin Düsseldorf (welche ein sehr erbauliches und heiliges Lebenführen, wie ich es in der That befunden habe und davon Zeugniß
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Bekehrungsgeschichte des holländischen calvinischen Predigers Mathias Zelhorst in der Grafschaft Zütphen : aus dem Holländischen übersetzt
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