53lieblichen und bittern Trank bereitet haben; sie bestreichen nämlich zuerstden Rand des Bechers mit Honig, damit das unbefangene Kind, wennes die Süßigkeit schmeckt, die Bitterkeit nicht fürchte.Wer nun Ohren hat, zu hören, der höre. Wer es fassenkann, der fasse es, Ps. 136, 8: „Du Tochter Babylons, duElende! wohl dem, der deine kleinen Kinder nimmt und sie zer-schmettert am Steine!" 1Wer ist elender und unglücklicher alsdie Tochter, die uns ein Babel voll Verwirrung und Unsittlichkeitgebiert und an den Tag bringt! Kein Mensch ist unglücklicherund mehr zu beklagen, als der sich betrügen läßt durch die ketzerische Thorheit, die Alles drunter und drüber kehrt, und vernich-tet den Glauben, die Hoffnung, die Liebe, die christliche Gerechtigkeit, die Ruhe der Gewissen und die Gemeinschaft aller Heiligenund Freunde Gottes, die da mit einem Schlage, durch einen Stoßviele tausend Seelen in den Abgrund der Hölle stürzt, den Raub-vögeln und Wölfen zum Raube. Selig dann der Mensch, derseine Kleinen nimmt und sie an den Felsen schmettert, dasheißt, der auch die geringsten auftauchenden Irrthümer der Ketzergegen den Felsenstein, auf welchen die ewige Weisheit Ihre Kirchegebaut hat, zerschlägt, und vom Erdboden vertilgt; wozu allegottesfürchtige Herzen und gläubige Seelen ihr Glück wünschenund sprechen: Amen.Sechszehntes Kapitel.Der Verfasser erzählt, was ihm im Anfange seiner Bekehrung begegnet ist, undbeleuchtet diese im Gegensatz zur Verkehrung der reformirten, verlaufenen Pfaffen und Mönche.Als der königliche Prophet diese Frage stellte: „Wer wirdbesteigen den Berg des Herrn, oder wer wird stehen an Seinemheiligen Orte?“ Ps. 23, 3, so lautet die Antwort, die der Herrihm gab: „Wer unschuldig an Händen und rein von Herzen, seineSeele nicht gebraucht zum Eiteln und nicht fälschlich schwöret nachseinem Nächsten, der wird den Segen vom Herrn empfangen, undBarmherzigkeit von Gott, seinem Heilande.“ Darauf ruft nundie heilsbegierige und dürstende Seele aus: „Mein Herz, o Herrist bereit, mein Herz ist bereit! Gib, o Herr, was du willst, dasich thun soll!“ Der Vater der Barmherzigkeit und Gott allesTrostes kann den Adamskindern kein tröstlicheres Wort aus demHimmel zukommen lassen, als was mir bei Ezechiel 33: „Ichwill nicht den Tod des Gottlosen, sondern daß der Gottlose sichbekehre von seinem Wege, und lebe. . . . Wenn aber ich zu demGottlosen sage: du sollst sterben! und er Buße thut über seineSünde und Recht und Gerechtigkeit übet, in den Geboten desLebens wandelt und kein Unrecht begeht: wahrlich, er wird leben¹ Filia Babylonis misera: Beatus, qui tenebit et allidet parvulos tuosad petram.
Druckschrift
Bekehrungsgeschichte des holländischen calvinischen Predigers Mathias Zelhorst in der Grafschaft Zütphen : aus dem Holländischen übersetzt
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Seite
53
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