52hat, haben wir die Wahrheit, welche uns von der heil. Schriftempfohlen wird; auf daß, da die heil. Schrift nicht betrügen kann,ein Jeglicher, der durch die Dunkelheit der Frage getäuscht zuwerden fürchtet, die Kirche selbst, auf welche uns die heil. Schriftganz unzweideutig hinweiset, um die Lösung derselben Frage.Dieß hat der heil. Vater selbst uns allen zum Vorbild gethan,indem er weiter sagt: „Ich nehme die Meinung des heil. Cypriarüber die Wiedertaufe der Ketzer und Schismatiker nicht an, weildie Kirche dieses nicht annimmt, für welche der heil. Cyprian seinBlut vergossen hat.“ Mit Recht verweise ich euch stets an denSpruch des alten Lehrers Vincenz von Lerins, was alle Prädi-canten ebenfalls thun sollten: „Wer diese“ (nämlich die heil.Väter und Kirchenlehrer), „welche von Gott in Seiner Kirche zuallen Zeiten und allerorts gesandt und geordnet sind, verachtetund verwirft, wenn sie nämlich über den Sinn des katholischenDogmas Einer Gesinnung in Christo sind, der verachtet und verwirft nicht den Menschen, sondern Gott.Viele sind erstaunt und verwundert, und wissen nicht, wassie denken sollen, wenn sie hören, daß die Prädicanten so vieleSchriftstellen heranzuziehen wissen, womit sie ihre Sache zuvertheidigen scheinen, worüber aber der angeführte Vincenz alsospricht:„Ihr werdet sehen, daß sie alle Bücher des heil. Gesetzes durch-stöbern; die Bücher Mosis, die Bücher der Könige, die Psalmen, dieSchriften der Apostel, Evangelisten und Propheten. Denn bei denIhrigen, bei Fremden, im Geheimen, im Oeffentlichen, in ihren Reden,in ihren Büchern 2c. bringen sie von dem Ihrigen fast nichts vor, wassie nicht mit Worten der Schrift zu belegen suchen. Leset die Büchervon Paul von Samosata, von Priscillian, von Eunomius, von Jovinianund andere Pestschriften mehr (als Luther, Calvin, Arminius, Vorstius,Socinus u. a.), so werdet ihr ein endloses Sammelsurium von Bei-spielen sehen; kaum ist ein Blatt zu finden, dem nicht mit einigenSprüchen, sowohl des neuen, als alten Testaments, eine Farbe und ein An-strich gegeben wird. Um desto mehr aber muß man sich vor ihnen inAcht nehmen und sie fürchten, je verborgener und verdeckter sie sich ver-kriechen hinter den Vorhang des Wortes Gottes. Denn da sie wohlwissen, daß ihr Geruch niemanden behagt, wenn sie ihn bloß und un-verdeckt aushauchen, darum besprengen sie denselben mit einigen Spe-cereien himmlischer und göttlicher Worte, so daß der, welcher ihre Worteleicht verachten würde, nur menschliche Worte hört, jetzt nicht leicht dieWorte, welche Gott selbst gesprochen hat, verachten wird. So machensie es denn, wie jene zu thun pflegen, welche kleinen Kindern einen un-1 A nobis tenetur veritas, cum hoc facimus, quod universae jam placuitEcclesiae, quam ipsarum scripturarum commendat auctoritas: ut, quoniamsancta Scriptura fallere non potest, quisquis falli metuit obscuritate quæstio-nis, eandem Ecclesiam de illa consulat, quam sine ulla ambiguitate sanctaScriptura demonstrat. Libro I. contra Cresconium Gram. cap. 33. — 2 Hosin Ecclesia divinitus per tempora et loca dispensatos, quisquis in sensuCatholici dogmatis unum aliquid in Christo sentientes contempserit, nonhominem contemnit, sed Deum. Adv: profanas haeret. novationes.
Druckschrift
Bekehrungsgeschichte des holländischen calvinischen Predigers Mathias Zelhorst in der Grafschaft Zütphen : aus dem Holländischen übersetzt
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52
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