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Bekehrungsgeschichte des holländischen calvinischen Predigers Mathias Zelhorst in der Grafschaft Zütphen : aus dem Holländischen übersetzt
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43noch unsicher bin); beide meinen wir auch, wir seien sicher inunserm Gewissen, indem wir aus Eingebung des heil. Geistes zureden glauben. Woher kommt denn nun aber diese Verschieden-heit? diese ungleiche, widersprechende Versicherung? Sie kommtdaher, weil ich zweifeln kann an dem inneren Zeugniß, ob es desheil. Geistes sei oder nicht; denn es steht geschrieben:Glaubetnicht jedem Geiste, sondern prüfet die Geister, ob sie aus Gottsind; denn viele falsche Propheten sind ausgegangen in dieWelt. I. Joan. 4, 1. So nehme ich daher meine Zufluchtzu der Kirche, von welcher der Geist gezeugt hat, daß sie wahr-haft ist und allezeit die Wahrheit lehrt.Wenn ihr Prädicanten sofort behauptet, daß ihr euch an dieSchrift haltet, und euch darauf stützet, so thue ich dasselbe, undnehme die Schriftworte mit aller Ehrfurcht an, läugne aber, daßdas dem von euch gedeuteten Sinn der heil. Schrift entspreche.Meint ihr, daß ihr für euch selbst weise seid, und die Schrift er-forschet, so thue ich dasselbe; trete aber überdieß heran, bewaffnetmit den mir zustimmenden einträchtigen Meinungen der heil. Väterund Kirchenlehrer, welche Tag und Nacht mit Schriftforschung be-schäftigt waren, und in den heiligen Kirchenversammlungen, mitgewissenhafter Strenge die Bibeltexte mit einander vergleichendnach Anrufung des heil. Geistes einmüthig aussprechen, daß derheil. Geist mit ihnen also meint, also lehrt und also die Schriftdarlegt, mithin will, daß wir so glauben sollen.Es geschah am zweiten Juli 1645 in der Wohnung desPrädicanten Crusius zu Zütphen nach der dort gehaltenen Con-ferenz, als man sah, ich sei nicht zu bereden, den katholischenGlauben zu verlassen, und einer der Prädicanten zu mir sprach:Zelhorst! du bist im Irrthum und thust sehr übel daran, daß dudich abmühest mit dem Lesen der Alt=Väter, um daraus zu lernen,was man glauben soll. Laß die Bibel deine Lehrmeisterin sein;daraus lerne, was du zu glauben hast. Ich antwortete ihm: DieBibel lese ich, aber um sie zu verstehen, habe ich Meister noth-wendig. Denn der Apostel Petrus sagt:Keine Auslegung derSchrift geschieht durch eigene Erklärung. 2 Petr. 1, 20.Habt ihr diese nicht vonnöthen? Er antwortete: Ich brauche undkenne keine anderen Meister mehr als den heil. Geist. Denktnun, welch' ein heiliges Gefäß aller Weisheit dieser Geistesmannsein muß! Ist er vielleicht der zweite Täufer Johannes, der vonseiner Mutter Leibe an voll des heil. Geistes war und Christumerkannt hat, darum keinen anderen Lehrmeister nothwendig hatte?Oder ist er der zweite Paulus, welcher sein Evangelium nicht vonMenschen, sondern durch die Offenbarung Jesu Christi empfangenhat? Gal. 1, 12. Es scheint vielmehr, daß er noch bevorzugterist, als der große Paulus. Denn wiewohl der Apostel durch dieOffenbarung Jesu Christi das Evangelium empfangen und gelehrthat, schreibt er dennoch von sich selbst, Gal. 2, 2: Daß er nach