40es ist der eigentliche Sinn derselben: daß nämlich, indem dieseWorte von Christo ausgesprochen, Christus der Herr durch SeineAllmacht vollbracht und bewirkt hat, daß unter den Gestalten desBrodes, die er in Seiner Hand hatte, wahrhaft und wesentlichSein Leib gegenwärtig war. Die Prädicanten hingegen läugnendieses und streiten dawider, und wollen, es sei dieses der Sinn:Daß Christus, nachdem Er diese Worte gesprochen, in SeinerHand nichts anderes, als pures Brod hatte, von dem Er gesagthatte: Das ist mein Leib; daß es aber nur eine Figur seinesLeibes gewesen; und dieß zwar wider den klaren, ausdrücklichenbuchstäblichen Sinn. — Nun ist es sicher, daß keine von diesenbeiden Auslegungen in der Schrift ausdrücklich jenen Worten beigefügt ist. Ich behaupte aber und erkläre, daß ich viele andereStellen der Schrift habe, welche beweisen und bewahrheiten, daßChristus in obigem Sinne diese Worte gesprochen habe:Was thun nun die Prädicanten? Sie lassen die dargelegtenSchriftstellen buchstäblich zu, sie läugnen dieselben aber in demvon mir angegebenen Sinne, und bemühen sich, sie nach ihremSinne zu deuten. Dagegen bringen sie auch andere Schriftstellenvor, womit sie ihre Auslegung bewähren und schützen wollen.Sie sagen, es steht geschrieben: Das Lamm ist das Pascha.Der Fels war Christus. — Ich bin der Weinstock. Ferner: Diesieben Kühe sind sieben Jahre. Diese Dinge sind figürlich ge-sprochen und bedeuten etwas anderes, was sie selbst nicht sind:und ebenso sei nicht eigentlich, sondern figürlich gesagt: „Dieses istmein Leib.“ — Ich gebe die angeführten Schriftstellen dem Buch-staben nach zu, aber ich läugne, daß dieses der Sinn und dieMeinung des heil. Geistes ist, wozu die Prädicanten dieselbengebrauchen, sondern ein anderer Sinn, welcher der katholischenWahrheit gleichlautend und ihr nicht zuwider ist. Dabei bemerkeich noch, wenn diese Art zu argumentiren zulässig und richtig ist,so kann ich ebenso auch auftreten und die Prädicanten folgenderWeise damit schlagen: Nachstehende Schriftstellen sind im eigent-lichen Sinne zu verstehen: „Dieses ist mein geliebter Sohn, anwelchem ich mein Wohlgefallen habe.“ Ebenso: „Paulus ist einLehrer der Heiden; „Petrus ist ein Apostel;“ „Judas ist einVerräther.“ Darum sind auch im eigentlichen Sinne die Wortezu verstehen: „Dieses ist mein Leib.“ Die Consequenz oder dieseSchlußfolge ist entweder richtig oder unrichtig. Ist sie richtig, sobin ich Sieger; ist sie nicht recht, warum soll dann die der Prä-dicanten richtig sein? Denn die beiden Schlüsse haben dieselbeKraft, sie haben dieselbe Geltung und können beide ebenmäßigbeweisen; der Schluß des einen Satzes ist auch der Schlußdes andern.Ich bin deßhalb hiermit noch nicht zufrieden. Damit ich aberin meinem Gewissen ruhig sein und meinen Glauben für denwahren halten kann, so führe ich hier zum Beweise an, daß die
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Bekehrungsgeschichte des holländischen calvinischen Predigers Mathias Zelhorst in der Grafschaft Zütphen : aus dem Holländischen übersetzt
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