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Bekehrungsgeschichte des holländischen calvinischen Predigers Mathias Zelhorst in der Grafschaft Zütphen : aus dem Holländischen übersetzt
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39Wer Lust hat, über diesen Punkt noch mehr zu hören, dernehme die Schriften des heil. Hieronymus gegen den Ketzer Jo-vinian zur Hand; er wird darin finden, wie schwer es dem refor-mirten Mitbruder fällt, wider den Stachel auszuschlagen. Derreformirte Bruder kann hier nichts anderes entgegnen, als daß ichden Vätern, welche Menschen waren und irren konnten, mehrglaube, als dem Worte Gottes. Aber weg mit solchen Schmach-worten! Was meint er? Daß ich ohne Bewußtsein und Ver-stand sei? Denn wiewohl ich weiß, daß geschrieben steht, Ps. 144:Vertrauet nicht auf Menschen, in denen kein Heil ist. Und:Der Herr kennt die Gedanken der Menschen, daß sie eitel sind;ebenso weiß ich auch, daß im Ps. 93 ebenfalls geschrieben steht:Selig der Mensch, o Herr, den Du unterweisest und lehrest DeinGesetz. Und wiederum Ps. 59:Selig der Mann, der seineHoffnung auf den Namen des Herrn baut und nicht umsieht nachEitelkeiten, nach Lüge und Thorheit. Ich schließe hieraus: Daßkeine Seligkeit ist im reformirten Bruder, welcher sein Vertrauensogar noch mehr auf sich selbst, als auf die Menschenkinder setzt.Denn das ist Eitelkeit über alle Eitelkeit, durch welche er betro-gen und vom Herrn verspottet sein will. Ich halte michglücklich, daß ich mich vom Herrn unterweisen lasse; wie Er inSeiner heiligen Kirche angeordnet hat. Ich schätze mich glücklich,sage ich, weil meine Hoffnung in dem Herrn ist; und so will ichnicht mehr umschauen nach den Eitelkeiten und Wühlereien Luthersund Calvins. Viele unwissende und einfache Herzen verstehen esnicht, und wissen sich nicht zu helfen, wenn die Prädicanten sagenund dem gemeinen Volk weiß machen, daß ich den Menschen mehrglaube, als Gott in Seinem Worte. Um dieses nun besser zuverstehen, werde ich dem unparteiischen Leser dasselbe noch etwasklarer vor Augen stellen und auseinander setzen, damit er daraussehe, was daran ist, und wie lügenhaft die Prädicanten sind, undmit was sie umgehen.Um es kurz zu machen (weil die Prädicanten sagen und mirnachschreien, daß ich mich zum Gräuel des Papstthums, zur ver-fluchten Abgötterei so nennen sie das heilige, hochwürdigeSakrament des Altars begeben habe), stelle ich die Frage aufüber die Worte Christi Jesu unseres Herrn, die Er gesprochenhat am letzten Abendmahle zu Seinen Jüngern:Nehmet hin undesset, das ist mein Leib! Wie man diese nämlich verstehen muß.Denn dieses Verständniß ist von einem so ungeheuren Gewichte,daß es den Gläubigen das Leben, das Mißverständniß hingegenin den Ungläubigen nur den Tod erzeugen kann. Diese Wortenämlich:Das ist mein Leib, geben wir beide, die Prädicantenvon Zütphen, wie auch ich, zu, was den Buchstaben betrifft, daßsie nämlich gerade so von Christus gesprochen sind. Aber darinliegt und bleibt die Schwierigkeit, in welchem Sinne, in welcherMeinung er sie gesprochen habe. Ich halte dafür und glaube fest,