25verliebt und versunken waren, in naher Verbindung stand, kaumanders geschehen, als daß ich nach dem gemeinen Sprüchwort„Wer Pech anrührt, besudelt sich und wer sich muthwillig in dieGefahr begibt, darin zu Grunde geht,“ in den Irrthum gerathenmußte. Durch diesen steten Umgang wurde ich und zwar durcheinen Schein der Wahrheit, besonders durch einige für mich unverständ-liche und unverfängliche Sprüche der heiligen Schrift wider dieKatholiken so weit gebracht, daß ich mich vom katholischen Glau-ben allmälig abwendete, zuletzt ganz und gar den Brüdern derreformirten Gemeinde beistimmte, und mich durch Männer vonAutorität, die überdieß meine Freunde und Gönner waren, soweit einnehmen ließ, daß ich mich einige Jahre zu den Füßen desDoctor Sibrandus Lubertus, Professors der Theologie zu Franekerin Friesland, zur weiteren Ausbildung begab, bis ich nach meinesMeisters Urtheil bereitwillig die Kanzel besteigen konnte. Und sobin ich geworden ein Rabbi in Israel. (Wollte Gott, es wärenicht die Synagoge gewesen, wie ich sie wirklich gefunden habe,und von welcher der Prophet David spricht: „Odivi ecclesiammalignantium, et cum impiis non sedebo. Gehaßt habe ichdie Versammlung der. Boshaften, und bei den Gottlosen will ichnicht sitzen.“Aber ach! Die Wiedergeburt des alten Adam, und, wieman den neuen Menschen, der nach Gott geschaffen ist in Gerech-tigkeit und Heiligkeit, der Wahrheit anziehen muß, dieß habe ichnicht von meinen Meistern und großen Doctoren gelernt; konntees auch von ihnen nicht lernen, und würde es gleichwohl nie ge-lernt haben, hätte ich mich nicht im Stillen durch gute Eingebungmit Nicodemus zu den Füßen Christi begeben, um das Alles vonihm zu lernen.Zehntes Kapitel.Krankheit und Leibesschwäche hat den Verfasser aus dem Traume seiner Verirrungenaufgeweckt und zum bessern Nachdenken gebracht.Viele Jahre, nachdem ich dem Predigeramte obgelegen undohne Furcht mit großem Freimuthe nach Art und Gebrauch derreformirten Gemeinde gelehrt mit treuer Bezugnahme auf die vonCalvin ersonnene Glaubensform, hat mich die allmächtige undgnädige Hand des Herrn mit einer langwierigen Krankheit undSchwachheit, nicht einige Tage, Wochen oder Monate, sondernviele Jahre lang heimgesucht, wie alle meine Bekannten wissen,so daß meine Seele diesen meinen elenden und hinfälligen,mit Peinen, ungewöhnlichen Schmerzen und vielem Verdruß ge-plagten Leib mit mehr oder weniger Seufzen und Klagen nach-
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Bekehrungsgeschichte des holländischen calvinischen Predigers Mathias Zelhorst in der Grafschaft Zütphen : aus dem Holländischen übersetzt
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25
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