23Schafskleidern, das ist unter dem Schein der Heiligkeit und Wahr-heit zu uns kommen, aber Diebe und Mörder sind. O! elendeund unselige Geschöpfe! wäret ihr niemals geboren!Daß es sich solchermaßen mit den unkatholischen Prädicantenzu verhalten pflegt, geht deutlich aus den Worten des Apostelshervor, welcher gesagt hat: „Einen ketzerischen Menschen meidenach einer oder zweiten Vermahnung, wissend, daß ein Solcherverkehrt . . . und durch sein eigenes Urtheil gerichtet ist.Tit. 3, 10. Was auch der heil. Evangelist Johannes bestätigt,sprechend: „Jeder, der abweicht und nicht bleibt in der LehreChristi, hat Gott nicht.“ 2. Joh. V. 9. Und wen hat erdann? Den Teufel, den Vater der Lügen, dessen Knecht undSklave er geworden. Darum sagt er vorher: „Kommt Jemandzu euch, der diese Lehre nicht mitbringt, nehmet einen solchen nichtauf in euer Haus; grüßet ihn nicht; denn wer ihn grüßt, wirdtheilhaftig ſeiner böſen WerkSteht es dergestalt, werdet ihrsagen, um diese Männer? Woher kommt es dann, daß man indir eine so große Veränderung wahrnimmt, welche so selten inanderen Prädicanten zu Tag tritt, ja unter tausend kaum beiEinem? Woher kommt dir dieses Glück? Wie sollen wir dasverstehen? Sehen und hören wir doch, daß die Allergelehrtestenund Verständigsten unter ihnen eben hartnäckig, obstinat und ver-kehrt bleiben, und sich schlechterdings nicht wollen sagen lassen,daß sie wider die Wahrheit stehen und streiten; und über einender sich anders bedacht hat, spotten, ihn auslachen und ihm sehrlästerlich nachsprechen als einem Manne, der einfältig, melancho-lisch, ja ganz unsinnig geworden, und durch die päpstlichen Grillenso tief in die Geistesschwäche gerathen, daß er die reine und klarereformirte evangelische Lehre vergessen und verlassen hat!Auf diese Frage, mein lieber Freund, weiß ich dir keine an-dere Antwort zu geben, als daß ich selbst hierüber höchst verwun-dert da stehe und dich deshalb bitte, du wollest in diesem Werkenicht mich in die Augen fassen, der ich nur ein Gefäß der Sündeein Winkel der Ungerechtigkeit, ein verirrtes und verlorenes Schafwar, ein verdorbener Baum, der nur schlechte Früchte getragen;sondern wende deine Blicke dem allgütigen Gott zu, der die Her-zen und Nieren aller Menschen ergründet und in Seiner Handhat und sie neigt, beugt und lenkt, wohin es ihm beliebt; der denTod des Sünders nicht will, sondern ihn durch Seine mildeBarmherzigkeit anleitet zur Buße, auf daß er lebe. Der Aller-barmer ist es, der mir die erwünschte Gnade verliehen hat, daßich (und zwar in meinem hohen Alter) nicht durch Hartnäckigkeit,mit ungläubigem Herzen, und mit einem zur Buße unbeugsamNacken die Reichthümer Seiner Güte, Sanftmuth undmüthigkeit verschmähet habe. Welch' große Gnade und 2Und wie mir diese geworden ist, wirst du bald vernehrWas die anderen Prädicanten betrifft, so kann
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Bekehrungsgeschichte des holländischen calvinischen Predigers Mathias Zelhorst in der Grafschaft Zütphen : aus dem Holländischen übersetzt
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23
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