22Unschuldigen und Unbefangenen (denn ihr erstes und letztes Wortist stets: „Also sagt die Schrift; also steht geschrieben") nicht umdiese Seelen zu entzünden mit der göttlichen Liebe, sondern um siedurch das Gift (das sie darunter mischen) zu morden. Diesesaber widerfährt nur Jenen, welche diese Strafe verdient haben.Wir müssen daher diese Anordnung der göttlichen Vorsehung zu-schreiben, nicht, daß sie den Menschen sündigen macht: denn wennsie mit einem bösen Willen und in verkehrtem Vornehmen dieSchrift lesen, so müssen sie dieselbe nothwendig (aus ihrer eigenenBosheit, welche die Augen ihres Verstandes blendet) verkehrt ver-stehen zur Strafe ihrer Sünden; dadurch werden dann die Kin-der der katholischen Kirche wie durch scharfe Dornen aus demSchlaf (ihrer Sorglosigkeit) geweckt, und wir angetrieben, demVerständnisse der heiligen Schrift ihre ganze Aufmerksamkeit zu-zuwenden.Da habt ihr nun die Antwort. Beherziget diese Worte, undihr werdet, zufrieden gestellt, ferner nichts Weiter verlangen. Umdieses allein bitte ich euch, hier zu bedenken, was euch ohne Zwei-fel schrecken und ängstigen wird, wie jämmerlich nämlich und elendwie schändlich und fürchterlich, wie verworfen und verdammlichalle ketzerischen Prädicanten vor Gott und vor der ganzen Chri-stenheit sind, weil sie ihre Brüder hassen. Denn was thun sie?Sie hassen ihre eigenen Väter, das ist alle heiligen Hirten undLehrer der Kirche; alle heiligen Märtyrer, welche mit ihrem Blutedie katholische Wahrheit besiegelt, alle auserwählten Gefässe, welchedieselbe bis zu ihrem Tode bekannt haben, alle ihre gottesfürch-tigen und gottseligen Voreltern und ihre gegenwärtigen Kinderwelche ihrer rechtmäßigen Mutter, der heiligen katholischen Kirchegetreu sind und sie vertheidigen; welche in derselben bleiben, sieehren und ihr freiwillig vollkommen Gehorsam leisten — allediese beneiden sie, hassen sie und verfolgen sie auf's äußerste.Warum hat die Bosheit ihre Herzen verblendet, und sie wissennicht, wohin sie gehen; und so rennen sie gegen den Berg desHerrn an, ohne daß sie sich vor dem Anstoß und Fall bewahren:sie verwunden ihr Angesicht und schänden ihre Seele bis zur Ver-schmähung Gottes und seiner lieben Heiligen. Ja! noch mehrweil sie Kinder des Vaters der Lüge und Sklaven der Ungerech-tigkeit geworden sind, ihren Irrthum nicht bekennen und verlassenwollen: so werden sie in der heiligen Schrift verglichen werdenmit den Geschossen des Todes, welche alles von ihnen Berührtefortreißen und vernichten, indem sie die Schrift wohl lesen, abermit einem verkehrten Verstande zu ihrem eigenen Verderben, unddieselbe stets in ihrem Munde führen, um sie anders sprechen zulassen, so sind sie gleich feurigen und vergifteten Pfeilen, welchedie Herzen der Unschuldigen verwunden, die Seelen morden undsie des ewigen Lebens berauben. Darum werden sie auch vondem Munde der Wahrheit reißende Wölfe genannt, welche in
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Bekehrungsgeschichte des holländischen calvinischen Predigers Mathias Zelhorst in der Grafschaft Zütphen : aus dem Holländischen übersetzt
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