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Bekehrungsgeschichte des holländischen calvinischen Predigers Mathias Zelhorst in der Grafschaft Zütphen : aus dem Holländischen übersetzt
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21ben wir dürfen uns nicht trennen und abweichen von der erstenkirchlichen Tradition, und etwas anderes glauben, als wassie uns überliefert haben durch das Erbfolgerecht in der KircheGottes.Achtes Kapitel.Antwort auf die Frage, warum der Verfasser nicht eher die katholische Wahrheithat kennen lernen, welche er jetzt Andern so klarlegt, und warum denn die anderenPrädicanten nicht d'ran wollen!Was der gutwillige Leser hier denken und sagen wird, daskann ich leicht vermuthen und auch errathen. Ohne Zweifel wirddas Herz euch sagen lassen: Lieber Mann! Du zeigst uns denrichtigen Weg, um schnellstens zur katholischen Wahrheit zu ge-langen; wir auch wollen ihn für gut und heilsam erkennen undannehmen. Da aber dieser Weg, wie du selbst sagst, so leicht zufinden ist, warum hast du dann dich selbst von diesem Wege soschmachvoll fern gehalten und ihn erst nach so vielen Jahren ein-geschlagen? Warum bist du so weit davon abgewichen und garein Leitsmann der Blinden geworden, der seine Augen verschlossenund nicht einmal nach diesem Wege sich hat umschauen wollen? Dasverwundert uns sehr, ja es geht über unsern Verstand. Weißtdu jetzt einen so guten und heilsamen Rath Anderen zu geben,warum hast du ihn selbst nicht schon längst in Ausführung ge-bracht?Guter Freund! Du sagst da etwas, was Nachdenken ver-dient; deine Frage ist nicht unbillig, und verdient eine bescheideneund bestimmte Antwort. Jedoch fürchte ich, meine Erwiderungmöge bei Vielen gar keinen oder nur geringen Anklang finden.Darum scheint mir für rathsam, daß ich zur größeren Begründungund Befestigung der Wahrheit an meine Stelle dem Hammer derKetzer, d. h. nach dem Ausspruch des heil. Bernhard, dem großenKirchenlehrer Augustinus das Wort gebe, um an meiner Statt dieseFrage zu beantworten: 1) Wer verirret sich auf diesem Berge?Der ihn anrennt und sein Auge nicht erschließt, der nämlich nichtweiß, daß die Stadt (die katholische Kirche) auf den Berg gebauetist. Indessen verwundert euch nicht darüber; denn sie wird nichtgesehen noch erkannt von Jenen, welche die Brüder hassen, weil siein Finsternissen wandeln und nicht wissen, wohin sie gehen, unddie Finsterniß ihre Augen verblendet hat. 2) Darauf läßt sichder heil. Vater also vernehmen in der Auslegung des Psalmeswo es heißt:Tödtliche Geschosse wird er auf ihn legen, seinePfeile glühend machen. (Ps. 7.) Es läßt sich da die Frageaufwersen, sagt er, was die Geschosse des Todes bedeuten? Esbedeutet die Ketzer; denn diese entspringen auf demselben Bogen,das ist, aus derselben heiligen Schrift, und treffen die Seelen der