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Blätter aus dem Tagebuche eines Pilgers nach Jerusalem vom Jahre 1864
Entstehung
Seite
246
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246die milden Gaben der Gläubigen dort verbreiten. Die bedeutendstendieser oft tiefrührenden Berichte sind durch das Organ vom heiligenGrabe zur Kenntniß gebracht worden.Eine fortwährende Quelle großen Elends im heiligen Landehaben die Greuel hervorgerufen, welche vor circa vier Jahren anden syrischen Christen verübt wurden. Durch Zerstörung undVerwüstung der Kirchen und Klöster und durch grausame Hinmor-dung Tausender von katholischen Christen ist eine unbeschreiblicheArmuth entstanden, welche, ungeachtet der von allen Seiten damalsgeleisteten Hülfe, noch immer unserer Unterstützung dringend bedarf.Eine sehr große Menge armer Waisen gingen ohne diese unsereHülfe geistig oder leiblich zu Grunde und noch werden Hunderte vondiesen armen Waisen in den Klöstern des heiligen Landes erhaltenund erzogen: sie rufen fortwährend um unser Mitleid und unsereHülfe, ohne welche die Kloster=Anstalten die bedeutenden Kosten nichtbestreiten könnten und diese bedauernswerthen Geschöpfe entlassen unddem Verderben preisgeben müßten!Groß waren ehedem die Beiträge, die aus allen Ländern denWächtern am heiligen Grabe zuflossen, welche gegenwärtig größten-theils durch die Umwälzungen auf kirchlichem und staatlichem Gebietezurückbleiben. Die heiligen Orte sind nunmehr angewiesen auf dieMildthätigkeit der frommen Gläubigen, welche in dankbarem An-denken an das bittere Leiden, den Tod und die Auferstehung ihresHeilandes, demselben für jene heiligen Stätten ihre Gebete und Gabenzu opfern sich gedrungen fühlen.Auch in diesem Jahre haben sich wieder mehrere Angehörigeder hiesigen Erzdiöcese (sechs Priester und zwei Laien) dem Pilger-zuge nach dem heiligen Lande angeschlossen. Wir hoffen und betenzu Gott, daß diese unsere Brüder, welche nach Einholung des ober-hirtlichen Segens diese beschwerliche und kostspielige Reise angetreten,um die frommen Wünsche und Gebete der Erzdiözese am heiligenGrabe niederzulegen, ihr schönes Ziel glücklich erreichen, und wollenauch unsererseits die heilige Woche und ihre großen Erinnerungendazu benutzen, um mindestens in unsern heimathlichen Kirchenihrem edeln und verdienstlichen Beispiel durch inbrünstige Andachtund opferwillige Liebe zu folgen