236wobei eine Trauung stattfand. Die Kirche war mit An-dächtigen gefüllt. Dann besahen wir uns nochmals dieStadt, begaben uns auf einen großen freien Platz, woenglisches Militär exercirte. Mitte August werden dieEngländer abziehen und auch diese Insel an Griechenlandabtreten. Während wir diesen Uebungen zusahen, be-sorgte der Schiffsarzt einen bequemen, offenen Wagenund wir fuhren nun nach den höchsten Punkten, nament-lich nach der sogenannten Kanone, von wo aus man dieschönsten Aussichten hat. Der Fahrweg führte durchGärten, die mit immerblühenden Rosenhecken eingefrie-digt waren. Citronen und Apfelsinenbäume blühten undtrugen zugleich reife Früchte, die lieblichen Geruch ver-breiteten. Der Weg führte uns auch an der Villa vor-bei, welche die Kaiserin von Frankreich, da die hoheDame leidend war, im vorigen Sommer bewohnt hat.Der Eintritt war leider nicht gestattet. Es begegnetenuns namentlich viele Engländer, die aus Gesundheits-rücksichten das milde Klima Korfu's aufgesucht hatten.Oben auf der Kanone (so heißt dieser Berg) angekommen,lag vor uns das Meer mit allen seinen Inseln undSchiffen, die Stadt Korfu und in ihrer Umgebung inschön angelegten Gärten herrliche Villen, zur Seite ineinem Thale war ein lieblicher See mit zwei Inseln,wo sich auf der einen Insel ein griechisches Mönchs-kloster und auf der andern ein griechisches Nonnenklostermit ihren Kirchthürmen als einziges Gebäude erhoben.Wir setzten uns gemüthlich in's Gras und erfreuten unsan dem Anblick dieser schönen Gegend. Von hier fuh-ren wir zur Stadt zurück, zum italienischen Consul, wo
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Blätter aus dem Tagebuche eines Pilgers nach Jerusalem vom Jahre 1864
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236
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