225zurückreisen. Wir bestiegen unsere Barken und begabenuns an Bord; das Schiff lichtete um 6 Uhr die Anker.Die See war unruhig, die Nacht blieb jedoch gut.18. April. Als ich des Morgens auf's Verdeck stieglag die Insel Cypern vor mir. Um 7½ Uhr landetedas Schiff an der Stadt Larnika, welche recht freundlichund zierlich aussieht und mit herrlichen Palmen umgebenist. Um 11 Uhr ließen wir uns in einer Barke zurStadt fahren, besuchten die Kirche und Kapelle der Fran-ziskaner. In ersterer befinden sich neun schöne Altäre.Die guten Väter waren so freundlich und boten uns vonihrem herrlichen Cyperwein an. Dann besuchten wirnoch die ehrwürdigen Schwestern vom h. Joseph, wo dieReliquien und das Blut des h. Lucius aufbewahrt wer-den. Die ehrwürdige Oberin gab uns nicht nur aus-gezeichneten Wein zum Trinken, sondern nöthigte unsnoch einige Flaschen vom besten Cyperwein mitzunehmenzur Stärkung auf der Reise. Wir kehrten zum Schiffzurück, welches um 2 Uhr weiter fuhr. Als dasselbe sichin Bewegung setzte, standen am Ufer viele Insulaner,welche laut riefen: „Noch ein Passagier, noch ein Passa-gier!“ Es bewies sich dies aber als ein Irrthum, da derZurückgebliebene ein Fremder war, der noch auf der Inselweilen wollte. Heute ist die Fahrt vom herrlichsten Wetterbegünstigt. 3½ Uhr fuhren wir am Cap Jaffa vorbei.19. April. Wieder schöne Fahrt. Gegen 12 Uhrfuhren wir an der Spitze von Kleinasien mit ihren hohenGebirgen ganz in der Nähe von Meis vorbei. In derNacht vom 19. auf den 20. landete das Schiff gegen1 Uhr an der Insel Rhodos.15
Druckschrift
Blätter aus dem Tagebuche eines Pilgers nach Jerusalem vom Jahre 1864
Seite
225
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten