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Blätter aus dem Tagebuche eines Pilgers nach Jerusalem vom Jahre 1864
Entstehung
Seite
226
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22620. April. Uhr ließen wir uns in einer Barkean's Land setzen. Rhodos, die altberühmte Festung derJohanniter=Ritter, nun aber Eigenthum der Türken, istein Bild der Zerstörung, theils durch unglückliche Kriege,theils durch Erdbeben und Explosionen. In der ver-lassenen Ritterstadt sieht man noch die Häuser der Rittermit ihren noch wohlerhaltenen Wappen, worin fast injedem Hause die französische Lilie zu sehen ist. Beson-ders mannigfaltig und reich sind die Wappen der Groß-meister. Die Kirche des Ordens liegt in Trümmerndoch waren noch schöne Stellen des Mosaikbodens zusehen, wovon ich noch einige Steine als Andenken mit-nahm. Von dem halbzerfallenen Glockenthurme hat maneine der schönsten Fernsichten über das Meer bis zu denJonischen Inseln. Wir besuchten die ehrwürdigen Väterdes hl. Franziskus, in deren Kirche der Herr PastorJoseph Hennes die h. Messe las.Es ist heute das Fest des hl. Joseph als SchutzPatron der Erzdiöcese Köln mit 13stündigem Gebete inder Heimath. Um 8 Uhr fuhren wir nach dem Schiffezurück, welches Uhr die Anker lichtete, und fuhrennun an den Inseln Symi, Kris, Arccala, Marina, denGolf von Medelia, Arci und Apros vorbei. Es ist win-dig und regnerisches Wetter, sonst gute Fahrt. Die vielenInseln, an denen wir vorbeifuhren, sind alle bewohnt.Man sieht an den Ufern viele Städte und Dörfer, dieHöhen sind mit Bäumen bepflanzt und in den Thälernscheint eine reiche Vegetation zu sein.