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Blätter aus dem Tagebuche eines Pilgers nach Jerusalem vom Jahre 1864
Entstehung
Seite
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224der Franziskanerkirche dem Herrn Pastor Palm die hl.Messe dienten. Die Franziskaner hielten feierliches Hoch-amt und ich glaubte mich in die Heimath versetzt. ImKloster nahmen wir den Kaffee und wurden sehr ange-nehm überrascht durch das plötzliche Erscheinen des HerrnGrafen und der Frau Gräfin von Boos=Waldeck, welcheuns in der Kirche bemerkt hatten. Der Herr Graf warso freundlich, da er schon einige Tage in Beirut war,uns in der Stadt und zu einem Schweizer Café zuführen, wo Deutsch gesprochen wurde und wo wir unsein vaterländisches Mittagsmahl bestellten, bestehend ausSauerkraut mit Schinken u. s. w.; auch das WienerBier durfte nicht fehlen. Diese Sachen kommen nämlichjede Woche von Triest hierher. Der Tisch war ausge-zeichnet. Wir besuchten jetzt das Kloster und die Wai-senanstalt der Lazaristen, wo mehrere hundert Kindererzogen, ernährt und gepflegt werden. In der Anstaltwar es sehr reinlich und machte namentlich die Kircheeinen sehr wohlthuenden Eindruck. Einige Herren be-suchten noch die Diakonissenanstalt, ein großes weitläufigesGebäude, auf einem Berge liegend, welches von Kaisers-werth aus unterhalten wird. Die bereits bei der For-dan= und Taborfahrt erwähnte Diakonissin von Beirutwar mit uns auf demselben Schiffe von Kaipha aushierher gefahren und kauften wir bei derselben einigeGoldstickereien. Um 3 Uhr Nachmittags begaben wiruns wieder an's Meer und trafen mit dem Herzog vonModena, der mit seinem Gefolge von Jerusalem auseinen Streifzug nach Damaskus gemacht hatte, wiederzusammen und wird derselbe mit uns nach Deutschland