217wir noch den steilen Berg hinaufreiten, wo wir ohneweitere Unfälle Nachmittags gegen 4 Uhr oben im Klosterankamen und freundlich aufgenommen wurden. DasCarmeliterkloster, ein neues, weitläufiges, großes Ge-bäude, in den 30er Jahren durch die Bemühungen desKlosterbruders Jean Baptiste errichtet, liegt auf einemhohen Felsen, dicht am mittelländischen Meere. Die mitdem Kloster in Verbindung stehende Kirche ist eine Ro-tunde mit einer hohen Kuppel. In der Kirche sind dreiAltäre; auf dem Hochaltar ist das Gnadenbild derMutter Gottes vom Scapulier, und vor dem Altareführen einige Stufen herunter zur Grotte des ProphetenElias, und der Fußboden der Kirche ist sehr schön mitMarmor ausgelegt. Um 5½ Uhr wurde der sakramen-talische Segen ertheilt. Nach dem Abendessen legte ich,als Kassirer der Pilger=Karawane, die hier ihr Endeerreicht, Rechnung ab und glaube bemerkt zu haben, daßdie Karawane mit ihrem Finanz=Minister zufrieden war,denn ich konnte noch, wider alles Erwarten, ein nettesSümmchen zurückerstatten, welches unter uns zu gleichenTheilen vertheilt wurde. Die Rückfahrt von hier warschon in Triest vor der Abfahrt bezahlt.15. April. Morgens 7 Uhr diente ich dem HerrnPfarrer Palm die hl. Messe in der Kirche auf dem Car-mel, empfing die h. Communion und betete am Gnaden-bilde Mariens für Alle, die sich meinem schwachen Gebetempfohlen. Später besuchten wir die Schule der Pro-pheten, ein in einem Felsen ausgehauener länglicherRaum von 40 Fuß Länge, 24 Fuß Breite und 18 FußHöhe. Hier hatten im alten Bunde die Propheten ihre
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Blätter aus dem Tagebuche eines Pilgers nach Jerusalem vom Jahre 1864
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217
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