218Schule und hielten dieselben wöchentlich hier jeden Don-nerstag ihre Zusammenkunft. In diesem Raume befindetsich eine längliche Höhle von 12 Fuß Länge, 9 FußBreite und 7 Fuß Höhe. In dieser Höhle soll die h.Jungfrau Maria auf ihrer Reise geschlafen haben. Dannbesuchten wir noch die Grotte von Simon Stock, derhier gelebt hat und zum Eremiten=General gewähltwurde. Auf diesem hohen Berge sind zwei wasserreicheCisternen. Wir gingen nun den Berg hinab an denStrand, suchten und fanden mehrere Muscheln. Da dasWasser sehr einladend war, nahm ich hier ein Bad.Wir bestiegen wieder den Berund besahen die von denCarmelitern in Ausführung genommenen Neubauten.Auch hatten die guten Väter einige Weinstöcke hier an-gepflanzt. Gleich nach Tisch begaben wir uns auf diehöchste Terrasse des Klosters und ich bestieg die Kuppelder Kirche, was ohne Gefahr geschehen konnte. Von hierhatten wir eine ungehinderte Fernsicht über das Landdas wir durchzogen bis zum Libanon, sowie über dasMeer und die Küste von Syrien und die Städte Tyrusund Sidon. Um 3 Uhr Nachmittags wurde der feier-liche Schlußgottesdienst von mehreren Carmeliter=Väternals Assistenten des hohen Herrn Monsignor Christophilaus dem Gefolge des Herzogs von Modena, der durcheinen Sturz vom Pferde sich verletzt, und auf Carmelgeblieben, nun aber ziemlich wieder hergestellt war, ab-gehalten. Herr Director Dr. Zschokke aus Jerusalemsprach vom Hochaltar aus herzliche Abschiedsworte, undHerr Reg.=Rath Dr. Schlünkes dankte Namens der Ka-rawane Allen denen, die uns so liebevoll im h. Lande
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Blätter aus dem Tagebuche eines Pilgers nach Jerusalem vom Jahre 1864
Seite
218
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