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Blätter aus dem Tagebuche eines Pilgers nach Jerusalem vom Jahre 1864
Entstehung
Seite
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208uns aber würde es sicher den Tod gebracht haben. Andieser Quelle legen die Söhne Muhamed's allerlei Ge-lübde ab, zu deren Bekräftigung sie ein Stück Tuch indie Quelle tauchen.Um 8 Uhr ritten wir von Tiberias zu dem Bergeder Brodvermehrung, welcher eine sanft geschweifte Stei-gung hat und oben eine kleine Fläche. Unser Begleitersagte:Hier saß der Herr und dort Seine Jünger unddas Volk ringsum im Grase, denn es war viel Gras andem Orte, was auch noch heute der Fall ist. Die Formdes Berges ist so, daß der, der oben spricht, nach allenRichtungen hin verstanden wird. Oben befanden sichauch noch 12 Säulen, welche die h. Helena dort haterrichten lassen. Ich pflückte auch hier einige Blumenund nahm sie als Andenken mit.Mit fünf Broden undzwei Fischen speiste hier der Herr 5000 Männer, Weiberund Kinder nicht mitgerechnet, und es blieben noch 12große Körbe voll übrig. Nach verrichtetem Ablaßgebetzogen wir durch eine große Ebene, auf welcher Saladindie Kreuzritter geschlagen, dem Berge der acht Seligkeitenzu und kamen dort 10¾ Uhr an. Auf diesem Bergesind zur Erinnerung der acht Seligkeiten acht Säulenerrichtet. Eine kleine Grotte führte zu einem Gewölbe,welches früher wahrscheinlich als Kirche gedient hat.Hier auf diesem Berge hielt der Herr die berühmteBergpredigt. Kann es nun wohl eine heiligere Kanzelgeben, als dieser Berg? Liebliche Blumen und Kräuterverbreiteten einen angenehmen Geruch. Die Blume vonSaron blühte in ihrer rothen Pracht. Wir verrichtetenunsere Ablaßgebete, besahen nochmals die wunderschöne