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Blätter aus dem Tagebuche eines Pilgers nach Jerusalem vom Jahre 1864
Entstehung
Seite
184
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184ich nun verlassen und vielleicht nie mehr in meinem LebenDich wiedersehen! — Vielleicht ist es mir nie mehr ver-gönnt, als Pilger in Deine Mauern einzuziehen undnochmals all' die Stunden der Wehmuth, der Trauerund der Freude zu erleben. Möge all das Gute, dasich in Dir, o Jerusalem, empfangen, mich begleiten bisan das Ende meines Lebens, und wenn einst im Todemein Auge bricht, dann schwebe Du, irdisches Jerusalem,als liebliches Bild des himmlischen Jerusalem vor meinerSeele* * *.*.Gerne hätte ich hier noch länger verweilt, alleinder Director mahnte zum Aufbruch. Mit schwerem Her-zen bestieg ich mein Pferd, wandte noch einen letztenfeuchten Blick dorthin und sagte der hl. Stadt Lebe-wohl!* * * ** ** * * * * ***Der Weg führte in ein Thal hinab und ich sahJerusalem nicht mehr. — Die Beschreibung der Haupt-Sehenswürdigkeiten Jerusalem's sind bei der Besichtigungbereits aufgezeichnet und ich will daher nur einige klei-nere Bemerkungen folgen lassen.Jerusalem ist die denkwürdigste Stadt der ganzenWelt. Sie ist die Wiege des Christenthums und istnach der bisher achtzehnmaligen Zerstörung nur schlechtund unvollständig wieder aufgebaut. Ihre Einwohner-zahl beträgt 18—20,000, meistens Türken, Araber, Judenund Armenier, dann 2—3000 Christen, worunter etwa1000 Katholiken sind, die Andern theilen sich wieder inviele verschiedene Confessionen, wovon aber die Griechen