185die Mehrzahl bilden. In und um Jerusalem sind siebenHügel: Sion im Süden, Moriah im Osten, Akra imNorden, dann vier kleinere Hügel: Golgatha, Bezetha,Ophle und Gihon. Zwischen den Hügeln Sion undGolgatha, der Akra, Moriah und Ophle zieht sich dasKäsemacher=Thal; die Bäche Cedron, Gihon und auchder Teich Bethesda liegen trocken. Der türkische Gou-verneur wohnt an der Stelle, wo die Burg Antoniagestanden, welche von Herodes erbaut worden. DieHauptthore der Stadt sind nach den vier Himmelsgegen-den gerichtet, im Osten das Stephansthor, welches nachdem Garten Gethsemane und dem Thal Josaphat führt:im Süden das Sionsthor; im Westen das Jaffathorund im Norden das Damaskusthor. Das goldene Thorwodurch der Herr am Palmsonntag seinen Einzug hielt,ist wie schon früher erwähnt, von den Türken zugemauertworden, weil bei den Muselmännern der Glaube herrscht,durch dieses Thor würde die Stadt von den Abendlän-dern einmal wieder eingenommen werden und zwar aneinem Freilage in der Betstunde von 11—12. (Ruhetagder Muselmänner.) In den meisten Straßen, die sehreng und einförmig sind, sieht man nur Ruinen undTrümmerhaufen von früheren schönen Häusern und Pa-lästen. Die Häuser haben nur wenige kleine Fenster ander Straße. Ein Haus wird speziell als dasjenige derhl. Veronika bezeichnet. Von Handel und Industrie isthier keine Rede, die meisten Einwohner leben von denAlmosen, welche die Pilger nach Jerusalem bringen.Der Bazar, wo ich einige Einkäufe machte, wird zurOsterzeit von fremden Kaufleuten besucht, welche hier
Druckschrift
Blätter aus dem Tagebuche eines Pilgers nach Jerusalem vom Jahre 1864
Seite
185
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten