183Rosenkränze und sonstige Andenken versteuert werden.Drei Herren packten theils ohne Geduld ihren Kofferaus, denn die Türken warfen die für uns theuern undwerthvollen Gegenstände rücksichtslos durcheinander, sodaß einige Sachen Schaden litten. Als ich sah, daß wirhier gewiß ein paar Stunden Aufenthalt haben würden,versuchte ich eine List, die mir auch zur Freude meinerGefährten gelang. Ich drückte dem Oberst der Zoll-beamten verstohlener Weise einen Backschisch in die Hand,und nun bezahlte ein Jeder von uns einen kleinen Zoll,ohne daß die Koffer geöffnet wurden. Auch ließen wiruns hier einen Ausfuhrschein für Kaipha geben, damitwir dort nicht dieselben Plackereien hätten wie bei un-serer Einschiffung. Unsere Thiere wurden neuerdingsbepackt, wir setzten uns zu Pferde und nun ging's end-lich weiter. Da hatten wir wieder ein Pröbchen vontürkischer Wirthschaft. Der Weg führte uns an dem imNeubau begriffenen griechischen Hospiz vorbei. DieseGebäude liegen auf einem Berge und gleichen mehr einerCitadelle, als einem friedlichen Kloster. Von diesemPunkte aus kann ganz Jerusalem beherrscht werden.Die sehr enormen Kosten bezahlt der Kaiser von Ruß-land. Als wir auf einem kleinen Berge angekommenwaren, von wo aus wir die h. Stadt zum letzten Malesehen konnten, verließen wir unsere Pferde und verrich-teten ein Gebet.„Wehmüthig sah ich auf die hl. Stadt Jerusalem!Du Stadt des Friedens, des Heiles und der Erlösung!Du Stadt der Leiden und des Trostes! Du Stadt desTodes und der Auferstehung zum Leben! — Dich soll
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Blätter aus dem Tagebuche eines Pilgers nach Jerusalem vom Jahre 1864
Seite
183
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