XXVI.St. Annakirche in Jerusalem. Die Klagemauerder Juden.en 3. April. Die auf Kosten Napo-leons III. im Neubau begriffene St.Annakirche, der heute unser erster Be-such galt, befindet sich an der Stelle, wodas Haus der Mutter Anna gestanden,und worin der Sage nach die hl. FamilieJoachim und Anna mit der h. JungfrauMaria zeitweise gewohnt hat. Die Grotte, wo dasHaus stand, liegt 18 Stufen unter der Kirche. Letztereist in Kreuzform, hat drei Schiffe, ist im Innern abernoch nicht vollendet. Von hier gingen wir zu demBrunnen und einem Bogengang vom alten Tempel undan die 50—60 Fuß hohe „Klagemauer der Juden“.Diese Ruine ist noch ein Theil von der Schutzmauer deseigentlichen Tempels Salomo's; so oft wir an dieserMauer vorbeigingen, fanden wir immer Juden hierweinend, betend und Klagelieder singend über die Zer-störung des Tempels. Diese Mauer war, so hoch manreichen konnte, von dem vielfachen Berühren und Küssender Juden so glatt geworden wie polirt. Dieselbe ist62 Fuß hoch und 156 Fuß lang.
Druckschrift
Blätter aus dem Tagebuche eines Pilgers nach Jerusalem vom Jahre 1864
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