168sich eine Quelle. Dann besuchten wir das Grab der hl.Elisabeth; ein altes aber restaurirtes Gebäude. In derNähe von St. Johann wird auch der Weinstock kultivirt;wir tranken von seinem Gewächs im Kloster und fandenihn ziemlich gut. Ungefähr eine Stunde von St. Johannliegt das Kloster zum hl. Kreuz, so genannt, weil hier derOelbaum gefällt wurde, aus dem das Kreuz des Herrngemacht worden ist. Das Kloster ist ein sehr großes Gebäudegehört den Griechen und wird von Nonnen bewohnt. Dadie Gegend von Bethlehem nach St. Johann und theilweisebis Jerusalem sehr ergiebig ist, so kamen wir durch sehrviele Beduinenlager, die einzeln zwischen 60—150 Zeltenzählten. Die schwarzen Zelte, wovon jedes einzelne für 20Personen Raum hat, die halbnackten Menschen und dieKnaben meistens ganz ohne Kleider, das Gebell und Heu-len der Hunde, machte im Allgemeinen einen recht widerli-chen Eindruck. Einzelne Beduinen in ihrem reichfarbigenNational=Kostüm und mit freundlichen angenehmen Ge-sichtszügen, machten den Contrast desto schärfer. Bei denverschiedenen Beduinen=Häuptlingen war, wie schon er-wähnt, unser Durchzug von Jerusalem aus angezeigt, nurbei einem Volksstamme, dem größten, den wir antrafen,nicht. Dieses Wandervolk hatte sich erst seit einigen Tagenhier niedergelassen. Als diese uns in der Ferne kommensahen, wurde gleich das Lager alarmirt, mehrere Beduinenschwangen sich auf ihre muthigen Pferde und schwenktendie langen Lanzen und Gewehre zum Zeichen des Kampfes.Der uns begleitende Beduinen=Häuptling gebot uns zuhalten und sprengte er mit unserm Dragoman als Par-lamentär zum feindlichen Lager, unterhandelte wegen
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Blätter aus dem Tagebuche eines Pilgers nach Jerusalem vom Jahre 1864
Seite
168
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