148befindet, unsere Zelten aufgeschlagen. Auf dem größtenZelte wehte die österreichische Flagge, rechts waren zweiZelte mit der französischen und links zwei andere mitder preußischen Flagge geschmückt. Unter dem Schutzder französischen Flagge reisten einige Engländer alsTouristen und unter der preußischen Flagge drei Diako-nissen, welche zum Osterfeste nach Jerusalem gekommenwaren, und wovon eine Deutsche zu Beirut in der Dia-konissen=Anstalt thätig ist. Der preußische General=ConsulHerr v. Rosen hatte vor unserer Abreise gebeten, nöthi-genfalls diesen Damen unsern Schutz angedeihen zulassen. Die Diakonissen sowohl als auch die Engländerhatten zu ihrer Bedeckung ebenfalls Beduinen. Der La-gerplatz sah recht malerisch aus, alle diese verschiedenenTrachten um die Zelte gruppirt und wohl an 160 Pferdeund Lastthiere aller Art, die im Grase sich lustig mach-ten, belebten das Bild. Als wir an unsere Zelte ange-kommen, nahmen die Mucker unsere Pferde und füttertensie mit etwas Häcksel, und pfählten sie im Grase fest.Der Dragoman reichte uns ein Glas Limonade und nunbesahen wir unsere Zelte. Für vier und fünf Herrenwaren Zelte zum Schlafen eingerichtet, worin sich fürjeden Herrn eine eiserne Bettstelle mit dem nöthigenBettzeug, einen Klappstuhl, blechernes Waschgeschirr 2c.,sowie alle sonstige Bequemlichkeiten vorfanden. DieseSchlafzelte waren rund, die Seitenwände etwa 7 Fußhoch und das Dach lief oben spitz aus. Von Außenwaren dieselben mit grauer, von Innen theils mit rothertheils mit blauer Leinwand bekleidet. Außer diesenSchlafzelten war ein gemeinschaftliches, längliches Speise-
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Blätter aus dem Tagebuche eines Pilgers nach Jerusalem vom Jahre 1864
Seite
148
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