Druckschrift 
Blätter aus dem Tagebuche eines Pilgers nach Jerusalem vom Jahre 1864
Entstehung
Seite
146
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146aus. Unsere Pferde waren ziemlich, das Sattelzeug aberrecht schlecht. Ueber meinem Anzuge hatte ich einen inJerusalem gekauften weißen Beduinen=Mantel (Burnusgeworfen.Meinen Kopf deckte gegen die Sonnenhitze ein gro-ßer runder Hut, worüber nach Art der Beduinen eingroßes buntes türkisches Seidentuch gewickelt war, wel-ches ich in Kairo gekauft hatte, so daß nur mein Bartund meine Augen, die mit einer großen blauen Brillegeschützt waren, herausjuckten. Ich gestehe aufrichtig, eswar äußerst amüsant, all diese verschiedenen An= undAufzüge zu sehen. Nachdem wir uns vom Herzog vonModena auf kurze Zeit beurlaubt und von dem HerrnGrafen und der Frau Gräfin Boos=Waldeck aus Born-heim bei Bonn am Rhein, welche in Jerusalem mit unsim Hospiz als Pilger wohnten und welche den folgendenTag das h. Land über Jaffa verlassen wollten, und wirdemnach diese fromme Familie nicht mehr in Jerusalemantreffen würden, von welcher wir so manche Beweiseder Freundschaft erhalten, Abschied genommen, bestiegenwir unsere Pferde, und nun setzte sich die Karawane inBewegung, um Jerusalem auf ein paar Tage zu ver-lassen. Der Frau Gräfin fühlte ich mich zu besonderemDank verpflichtet für ein im Garten Gethsemane geholtesBouquet Blumen, welches am ersten Ostermorgen dash. Grab geschmückt, und welches ich von derselben alsAndenken erhalten hatte.Wir zogen nun durch das Stephansthor aus Jeru-salem hinaus. Voraus ritt der Häuptling der Beduinen,dann kamen die Herren der Karawane, der Dragoman