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Blätter aus dem Tagebuche eines Pilgers nach Jerusalem vom Jahre 1864
Entstehung
Seite
142
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142geführt, wo der Herr am Palmsonntag seinen Einzu-hielt, nun aber als Moschee dient, die im Innern sehrreich mit Ornamenten versehen ist. Die Türken habendas äußere Thor zugemauert und mit einer Wache be-schützt, weil die Sage bei den Türken Glauben hat, daßhier der neue König der Welt seinen Einzug in Jeru-salem halten wird. Dann sahen wir den Rest einesBrückenkopfs und verschiedene Brückenbogen, welche vomTempelplatz in gerader Richtung zum Berge Sion führ-ten, woraus sich wohl sicher annehmen läßt, daß derPalast Salomo's mit dem Tempel vermittelst einer Brückein Verbindung gestanden hat, welche Ansicht auch vondem berühmten Abt von Haneberg zugegeben wurde. Aufdem Berge Sion haben die Protestanten und Engländereine gemeinschaftliche Kirche. Früher stand dort der Palastdes Königs Herodes. Nachdem wir hier Alles gesehenund ich einige Blumen vom Tempelplatz als Andenkenmitgenommen, nahm mich mein Amt als Finanzministerder Karawane sehr in Anspruch. Da kam zuerst derOberwächter der Moschee, dann mehrere Unterwächterund Diener und zuletzt die türkischen Soldaten, alle ver-langten Bakschisch. Gut war es, daß ich für viele kleineund große Silbermünzen, auch selbst für Goldstückegesorgt hatte, denn hier mußte mein armer Daumen undZeigefinger ein großes Stück Arbeit verrichten. Ein Geld-stück folgte dem andern aus dem Säckel. Als alle befrie-digt waren, brachte uns das türkische Militär wieder ausdem umschlossenen Tempelplatz. Wir waren recht froh,trotz aller Unkosten diese sonst unzugängliche historischsehr wichtige Stelle besucht zu haben. Den Nach-