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Blätter aus dem Tagebuche eines Pilgers nach Jerusalem vom Jahre 1864
Entstehung
Seite
129
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129Grabeskirche zurück. Die Väter des hl. Franziskusſangen mit Orgelbegleitung ihre Gebete zum Lobe desHerrn in der Marien=Kapelle neben der hl. Grabeskircheund nahm der Herr Pastor Palm daran Theil. Ichging nun allein zum hl. Grabe. Der Gesang und dieOrgeltöne verhallten allmählig in diesem großen Gottes-hause und ich hörte bald nichts mehr. Ich war allein.Allein an diesem schauerlichen Orte, wo der Unschul-digste und Heiligste und Liebevollste, der je auf Erdengewandelt, durch den Fanatismus der aufgestacheltenMenge unter den Händen der rohen Henkersknechte hin-geschlachtet wurde.Ueberall umgab mich Nacht und Ich schritt mit einer brennenden Kerze inGrauen!der Hand immer näher dem h. Grabe zu.Ich warim Grabe des Erlösers! Heilige Ehrfurcht und bangesSchauern durchrieselten meine Glieder. Ich befand micham heiligsten Orte der ganzen Welt, und ich fühlte dieNähe des allgewaltigen Gottes. Ich war am Grabe desHerrn, durchschritt die Engelskapelle und ging in's hl.Grab hinein. Ich bin im h. hellerleuchteten Grabe.Hier auf diesem Steine lag der hl.Leichnam und ruhte aus von all' seinen namenlosenLeiden und bittersten Schmerzen, welche die Sünden derMenschen Ihm bereitet. Hier ruhte mein Gott! Hierruhte der Gerechte im Todesschlafe, auf daß der Sündererwache und ewig lebe. Welch' ein Augenblick! Wasmeine arme Seele empfunden, vermag ich nicht in Wortezu kleiden . . . . Ich betete . .Am Grabe des Erlösers lernt das arme Menschenherz