130beten... und. . . . . sich selbst er-kennen. Um 1½ Uhr Nachts kam ein griechischer Popeund ersuchte mich, das hl. Grab zu verlassen, weil dieGriechen ihren Gottesdienst beginnen wollten. Ich suchtein der Kirche meinen treuen Freund, den Herrn PastorPalm, auf, fand ihn am Muttergottes=Altar und kehrtenwir nun in unsere Zellen zurück. Nach beendigtemGottesdienste der Griechen las Herr Pfarrer Palm um5 Uhr Morgens über dem Grabe unseres Herrn undErlösers die hl. Messe, in welcher zu dienen Herr Her-mens und ich das große Glück und die hohe Ehre hatten.Der Stein, worauf der hl. Leichnam des Herrn gelegen,bildete den Altar. Ol es ist dies wohl der erhabenste,würdigste und heiligste Opfertisch der ganzen Welt!. . . Mit dem Priester empfingen auch wirdie hl. Communion* * ** *Diese Stunde halte ich für die glücklichste, die icherlebt, und die Eindrücke, die ich hier empfangen, werdenmich begleiten alle Tage meines Lebens und sollen durchnichts abgeschwächt oder gar verwischt werden. Gesegnet!tausendfach gesegnet sei diese Stunde im Grabe desHerrn! Dank, ewiger Dank Dir erbarmungs= und liebe-voller Gott, daß Du mir die Gnade geschenkt, am Grabeunseres Erlösers das immerwährende Opfer des neuenBundes mitfeiern zu können!* * ** * * *Die Türken hatten heute, ich weiß nicht aus welcherUrsache, die Grabeskirche sehr früh geöffnet, und eswaren mehrere fromme Bewohner Jerusalems, sowie
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Blätter aus dem Tagebuche eines Pilgers nach Jerusalem vom Jahre 1864
Seite
130
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