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Blätter aus dem Tagebuche eines Pilgers nach Jerusalem vom Jahre 1864
Entstehung
Seite
98
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98Bischof von Jerusalem, um des Glaubens willen dasHaupt abgeschlagen wurde; dann die Stelle, wo derhimmlische Dulder von den Juden verspottet, in's Ange-sicht gespieen, von dem Kriegsknechte den Backenstreichempfing, und wo der Herr zu ihm sagte:Warumschlägst du mich? Ueber diese heil. Stätte ist eineKirche erbaut, die ebenfalls den schismatischen Armeniernangehört. Die Lateiner haben leider im Laufe der Jahr-hunderte so manchen heil. Ort, früher ihnen mit Rechtzugehörend, verloren; wann wird dies aufhören?Zuletzt besuchten wir noch das Spital und dieSchule der Armenier. Die Karawane löste sich für heutegleichsam auf und Jeder besorgte seine Geschäfte. Ichbegab mich in das Handlungshaus Spittler u. Comp.welches von Kaufleuten aus Duisburg am Rhein geleitetwird, um für den folgenden Tag, dem Geburtstag Sr.Majestät des Königs von Preußen, an welchem zugleicheine kleine Nachfeier zu meinem Namenstage stattfindensollte, und wozu ich sämmtliche Mitglieder der Karawaneeingeladen hatte, einige Einkäufe zu machen. In diesemfür Rechnung der Diakonissen=Anstalt in Jerusalem ge-leiteten deutschen Geschäftshause sind hier in Jerusalemganz allein all' die Sachen zu kaufen, die der Pilger undReisende im Oriente bedarf oder zur Erinnerung gernmit in die Heimath nimmt. Auf dem Comptoir befin-den sich mehrere deutsche Commis. Fünf Reisende be-sorgen den Ein= und Verkauf in Europa, Asien undAfrika. Alle in diesen drei Welttheilen nur gangbarenWaaren sind hier auf Lager vorräthig. Wie ich gehörthabe, hat Herr Spittler nur einen gewissen Prozentsatz