Druckschrift 
Blätter aus dem Tagebuche eines Pilgers nach Jerusalem vom Jahre 1864
Entstehung
Seite
97
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97der Nähe liegende Grab David's ist ein hohes Monu-ment, und ist der Besuch im Innern nicht gestattet, weß-halb der Barkophag mit Teppichen belegt wird, wennein Christ sich demselben nahet. Nochmals begaben wiruns zu dem Hause des Kaiphas, wo wir vorhin nichteintreten konnten, da die schismatischen Armenier geradeihren Gottesdienst hatten. Hier sahen wir die Stelle,wo Petrus den Herrn verleugnet mit den Worten:Wahrlich, ich kenne ihn nicht; sahen auch hier denStein, womit des Erlösers Grab verschlossen war. DieKirche gehört, wie schon bemerkt, den schismatischen Ar-meniern. Als wir dieselbe verließen, kam ein Pope, be-sprengte uns mit Rosenwasser, wofür er einen Backschischbekam. Ganz in der Nähe dieser Kirche lagen am Wegedrei Aussätzige und riefen uns um Erbarmen an. Welcheine scheußliche Krankheit! Der ganze Körper dieserUnglücklichen gleicht einem großen Geschwüre, triefendvon Eiter, der bei der geringsten Berührung ansteckendist. Diese kranken Männer und Weiber leben zusammen,heirathen einander und auf diese Weise pflanzt sich die-ses entsetzliche Uebel fort. Oft habe ich hier solche Un-glückliche gesehen, die, ausgestoßen aus der menschlichenGesellschaft, sich selbst und ihrem Elend überlassen sind.Sollte hier die Regierung zum allgemeinen Wohle derMenschheit nicht einschreiten, damit diese Aermsten derArmen aussterben müssen? Doch die türkische Wirth-schaft befaßt sich mit solchen Angelegenheiten nicht. Wirbesahen nun das Sionsthor und besuchten das in derNähe liegende Haus des Hohenpriesters Annas und dieStelle in der Kirche, wo dem Apostel Jacobus, erstem