93durch das Stephansthor, und führte uns unser Wegzuerst an die alte Tempelmaner vorbei, deren einzelne2 Fuß lang und 3 Fuß hoch waren. DannSteine 241gingen wir zu dem Stein, worauf der hl. Stephanusgesteinigt wurde. Ungefähr ¼ Stunde weiter liegt dievon einer Mauer umgebene Todesangst=Grotte, wo derHerr betete: „Herr, ist's möglich, so laß diesen bitternLeidenskelch an mir vorüber gehen, doch nicht mein, son-dern Dein Wille geschehe“. Wir knieten nieder undbeteten hier an diesem Orte, wo der Erlöser seineneigenen Worten nach bis in den Tod betrübt und mitblutigem Schweiß bedeckt war. Diese Grotte ist in einemFelsen ausgehauen und befindet sich noch in demselbenZustande wie vor 1800 Jahren. Zwei Altäre sind inderselben errichtet, einer an der Stelle, wo der Herrbetete und Blutstropfen aus den Poren seines hl. Lei-bes hervordrangen, und der andere ist errichtet zur Er-innerung an die drei schlafenden Jünger. Außerhalbder Grotte befinden sich die drei Steine, worauf dieJünger geschlafen haben und wo der Herr die Wortegesprochen: „Wachet und betet, damit ihr nicht in Ver-suchung fallet“. Von dem die Aufsicht führenden Fran-ziskaner=Bruder Angelo erhielt ich als Andenken zweiSteine aus der Todesangst=Grotte. In Begleitung des-selben Franziskaner=Bruders lenkten wir unsere Schrittenun dem heiligen Garten Gethsemane zu. Derselbe istseit dem Jahre 1832 mit einer Mauer umgeben undbildet ein längliches Viereck. Im Garten sind nur nochacht alte Oelbäume, die der Tradition nach noch ausjener Leidenszeit herstammen, und wovon jeder einzelne
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Blätter aus dem Tagebuche eines Pilgers nach Jerusalem vom Jahre 1864
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93
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