94Baum mit einem Gitter umgeben ist. Die Blumen, diehier so schön blühen und einen so lieblichen Geruch ver-breiten, dienen dazu, das heilige Grab zu schmückenVon dem guten Bruder, dem Pfleger und Wächter diesesGartens, erhielt ich kostbare Andenken, bestehend ausHolz, Blättern, Früchten und Blumen aus dem GartenGethsemane. Während der Bruder beschäftigt war, füruns die Blumen zu pflücken, kamen mehrere Engländer,erkletterten die Bäume und rissen zu unserer größtenEntrüstung auch noch Zweige herunter. Sobald derBruder sie aber bemerkte, wurden sie sofort von demsel-ben aus dem Garten gewiesen. Der Bruder muß jedenAbend vor Sonnenuntergang nach seinem Kloster inJerusalem pilgern, weil seine Vorgesetzten befürchten,daß ihm während der Nacht von den stets umherziehen-den Beduinen ein Leid geschehen könne. Außerhalb desGartens Gethsemane, ungefähr am äußersten Ende, aufdem Wege, der von Bethanien kommt und nach Galiläaführt, wird die traurige Stelle gezeigt, wo eins dergrößten Verbrechen begangen wurde, die Stelle, wo Ju-das seinen Meister mit einem Kusse verrathen hat undwo Christus die Worte sprach: „Mein Freund, wozubist du gekommen, mit einem Kuß verräthst du denMenschensohnSelbst von den Muselmännern ist diese Stelle verflucht.
Druckschrift
Blätter aus dem Tagebuche eines Pilgers nach Jerusalem vom Jahre 1864
Seite
94
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