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Blätter aus dem Tagebuche eines Pilgers nach Jerusalem vom Jahre 1864
Entstehung
Seite
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61duinen und dem Kawas zogen wir durch das Thal rechtmühsam und beschwerlich weiter. Die türkische Regierunghat die Höhen, welche dieses Thal umgeben, zum Schutzeder Reisenden mit Wachen besetzt, um so viel wie mög-lich einen Ueberfall von Räubern zu verhindern. Aufdiesem Wege, Morgens gegen 9 Uhr, sah ich auch dieRuine Latrun, wo der bußfertige Schächer geboren, undſpäter rechts das Dorf Modin, wo die ſieben makka-bäischen Brüder mit ihrer Mutter gewohnt haben, undin der Entfernung auch das Grab dieser Glaubenshelden.Der Weg wird nun immer beschwerlicher. Mit einigenReisegefährten, die viele Mühe mit ihren Reitthierenhatten, fühlte ich inniges Mitleid. Die Hitze war sehrgroß und griff den Körper außerordentlich an. Die ödeund kahle Gegend, die wir nun durchzogen und einenrecht traurigen Eindruck machte, die durch die großeSonnenhitze und den Reflex von den kahlen Felsen nochvermehrt wird, ist gebirgig und führt bergauf und bergabohne Wege. Das hier sich nun anhäufende Steingeröllläßt nicht zu, daß man unbehindert auch nur den Fußauf den Boden setzen kann, um auszuruhen. Endlich istmit vieler Mühe die letzte Berghöhe erstiegen.Am 19. März 1864, Nachmittags fünf Uhr, sah ichJerusalem.Ich sah die hl. Stadt. Das Ziel meiner beschwer-lichen Reise. Welch ein Eindruck! Ihn zu beschrei-ben ist mir nicht möglich. Nie werde ich diese Stundevergessen! Gott sei Dank! Ich sah Jerusalem!Der Himmel war grau, die Stadt war grau, dieErde mit ihren Steinen war grau. Mit Ausnahme von