60Eier, gesalzenen Fischen, Brod, Apfelsinen, Käse undWein. Den Schluß bildete ein Becher arabischen Kaffee'sden unser Dragoman (Zugführer) auf folgende Weisebereitete: Er zündete ein Feuer an, kochte Wasser mitvielem Zucker und schüttete dann den pulverisirten Kaffeein die kochende Brühe, wobei er beständig umrührte.Der Kaffee wurde so heiß als möglich getrunken und istungefähr so dick wie bei uns die bereitete ChokoladeEine große Freude wurde dem Herrn Pastor Hennesund mir hier zu Theil. Unsere Reisegefährten gedachtenunseres Namensfestes und leerten einen Becher Jerusa-lemer Wein auf unser Wohl. Mein lieber Pastor Lam-bertz aus Süchteln überreichte mir bei dieser GelegenheitBlumen, die er hier im Thale zwischen Felsen gepflückthatte. Mit innigem Danke nahm ich dieses schöne undniedliche Sträußchen an und bewahre es als ein theuresAndenken von meinem Freunde und zur Erinnerung anden 19. März 1864 im hl. Lande auf dem Wege nachFernsalem.Auf unserer Weiterreise nahmen wir nochmals ineinem Beduinenkhan eine Erfrischung, wo der Sekretairund Kawas des österreichischen General=Consuls unsempfing, um uns das weitere Geleit zu geben. Als ichaufgestiegen war, kam ein Beduine, hielt mein Pferd amZügel und forderte sich ein Backschisch. Der öster-reichische Kawas, dies bemerkend, stößt mit seinem langenStab diesem gegen Hals und Brust, daß derselbe jammerndund schreiend davonlief. Sein Geschrei lockte noch meh-rere Beduinen herbei, die für den Gestoßenen Parteinahmen. Nach einigem Wortwechsel zwischen den Be-
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Blätter aus dem Tagebuche eines Pilgers nach Jerusalem vom Jahre 1864
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