Druckschrift 
Blätter aus dem Tagebuche eines Pilgers nach Jerusalem vom Jahre 1864
Entstehung
Seite
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58liche Bäume standen, die einen lieblichen Geruch ver-breiteten, und mit den 1012 Fuß hohen Cactusheckeneingefriedigt waren, von der schönen Umgegend Jaffa'snur wenig sehen. So ritt denn die Karawane in derNacht, abwechselnd ein frommes Liedchen singend; weiterEtwa Stunde vor Ramla schlug das Pferd meinesFreundes, des Herrn Pastor Hennes, welches ein sehrwildes Thier war, aus und verletzte mich am Schienbein,was mir außerordentliche Schmerzen verursachte. Ichkonnte augenblicklich nichts zur Linderung thun, dennmeine fliegende Apotheke war auf ein Lastthier gepackt,welches schon vorauf war. Gegen 11 Uhr Abends kamenwir in Ramla an, wo wir im Kloster der Franziskanerschon erwartet wurden. Das Kloster gleicht auch hiereiner Festung, ist mit einer hohen Mauer umgeben,worin sich nur eine kleine Thüre befindet, durch welcheman gebückt eintreten muß. Die Pferde und Lastthieremit den Muckern (Pferdetreiber) blieben außerhalb desKlosters im Freien. Nachdem wir einen erfrischendenTrunk genommen, wurden uns unsere Zellen angewiesenund nun besah ich mein geschlagenes rechtes Bein, wel-ches alle Farben des Regenbogens trug. Ich machtegleich einige Umschläge und legte mich zu Bett, wo ichaber trotz aller Ermüdung vor Schmerzen nicht ein-schlafen konnte. In Ramla soll Joseph von Arimathiagewohnt haben. Die Griechen haben hier auch einKloster und die Türken mehrere Moscheen mit Minarets(hohe schmale Thürme, auf welchen die Ulemas von Zeitzu Zeit bei Tag und Nacht zum Gebete auffordern).