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Blätter aus dem Tagebuche eines Pilgers nach Jerusalem vom Jahre 1864
Entstehung
Seite
57
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57zu haben, sie ballten ihre Fäuste und drohten zu schlagen.Daß ich mich, da ich mich in meinem Rechte befand undals Cassirer die Karawane vertreten mußte, nicht ein-schüchtern ließ, versteht sich von selbst. Ich trat daherder tobenden Menge kühn entgegen. Die guten Fran-ziskaner, einen unangenehmen Auftritt befürchtend, such-ten, nachdem ich ihnen in der Kürze den Sachverhaltmitgetheilt, die Eindringlinge zu beruhigen; da diesesaber nicht gelang, so theilte ich auf ihren Rath noch-mals einige Piaster aus, und nun wurde die wildeHorde halb mit Güte, halb mit Gewalt aus dem Klostergetrieben. Als die Ruhe wieder hergestellt, wurde unseine eben so köstliche als erquickende Limonade gereicht.Wir begaben uns dann zur Kirche, die an der Stelleerbaut ist, wo das Haus des Gerbers Simon stand, beidem der hl. Petrus mehrere Tage gewohnt hat, fandenhier mehrere Frauen in weiße Leinwand gehüllt, dasGesicht war mit einem schwarzen Lappen bedeckt und umden Kopf waren verschiedene Münzen angebracht, wasein recht wunderlicher Anblick war. Wir verrichteten einkurzes Gebet und kehrten zum Kloster zurück. Hierwurde der Beschluß gefaßt, noch denselben Abend nachRamla (Arimathia) weiter zu reisen. Während wir unserMittagsmahl einnahmen, wobei ein guter Rothweinkredenzt, wurden von den Muckern die Lastthiere mitdem Gepäck beladen. Abends gegen ½7 Uhr nahmenwir Abschied von den guten Vätern, bestiegen unserePferde und schlugen den Weg nach Ramla ein. In derAbenddämmerung, die bald eintrat, konnten wir trotz desschönen Mondscheins, außer einigen Gärten, worin herr-