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Blätter aus dem Tagebuche eines Pilgers nach Jerusalem vom Jahre 1864
Entstehung
Seite
56
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56uns zukamen. Wir mußten uns auf diesen Leuten setzenund wurden so durch's Wasser getragen, ebenso wurdeunser Gepäck befördert. Wir nahmen bei dieser, unsganz neuen Beförderungsweise verschiedene komische Stel-lungen ein. So z. B. hatte ein Mitglied der Karawaneseinem Wasserträger zufällig die Krücke seines Stockes inden Mund gesteckt, die dieser mit seinen Zähnen glaubtefesthalten zu müssen. Der arme Schlucker wurde auf dieseVeise zum Erbarmen dirigirt. Ein anderes Mitglied hattemit beiden Händen den langen Bart des Türken gefaßt undbediente sich desselben als Zügel. Als wir so reitend andie Stadtmauer ankamen, wurden wir von oben auf derMauer liegenden Türken hinaufgezogen und an der andernSeite herunter gelassen. Jetzt hieß es aber von allen Sei-ten:Backschisch, Backschisch! Da waren die Barkenführermit ihren Gesellen, die Wasserträger, die Leute, die auf derMauer thätig gewesen, dann die das Gepäck durchs Wasserund in die Stadt getragen hatten u. s. w. Das Lohn-Austheilen wollte kein Ende nehmen. Die Türken tobtenund lärmten fürchterlich, trotzdem sie für ihre Mühennicht nur reichlich bezahlt, sondern auch noch ein gutesTrinkgeld erhalten hatten. So endlich in Jaffa ange-kommen, wurde die Karawane von den guten Väterndes hl. Franziskus auf das Herrlichste empfangen undnach dem in der Nähe gelegenen Kloster geführt. DasKloster ist mit einer hohen Mauer umgeben und wirmußten viele Stufen steigen, um zur Kirche und densonstigen Wohnräumen zu gelangen. Die wüthendenTürken folgten uns und drangen ins Kloster ein mit derBehauptung, für ihre Dienste keine Bezahlung erhalten