49sichtigen Tuche, welches alle Körpertheile erkennen ließ,bedeckt, und befand sich als einzige Zierrath auf dem-selben ein Turban. Jetzt folgten über 200 Weiber,ebenfalls zu dreien Arm in Arm und tactmäßig, zwarohne Musik, tanzend, heulend und Klagelieder singend.Bei der Audienz, die die Karawane bei dem hochw.Herrn Bischof heute hatte, malte Hochderselbe ein rechttrauriges Bild von den armen Deutschen in Kairo undüberhaupt in Aegypten und bat, daß in Deutschland dochetwas für die armen Brüder im Orient geschehen möge,namentlich bezüglich der Schulen und des Unterrichts.Auch sei ihm seit einigen Jahren nicht mehr gestattet,Bethäuser ohne Erlaubniß der türkischen Regierung zueröffnen. Natürlich nur um Geld zu erpressen. Beiunserer Besichtigung der Franziskanerkirche, die ganz inorientalischem style erbaut ist, bemerkten wir, daß die-selbe, da sie auf keinem festen Baugrunde steht, mehreregefährliche Riſſe hat. Die Karawane wurde für katho-lische Zwecke sehr in Anspruch genommen, die wir aberleider nicht alle berücksichtigen konnten, da wir glaubten,die Vorsicht anwenden zu müssen, unsere Reisecasse nichtzu sehr zu erschöpfen. Wir werden morgen die StadtKairo verlassen, bedauern lebhaft den Suez=Kanal nichtbesuchen zu können, da das Schiff den 17. von Alexan-drien nach Jaffa fahren sollte. Es ist 9½ Uhr Abendsund ich verlange zur Ruhe.Den 15. März, Morgens 8½ Uhr, brachte unsder gute Pater Deo Gratias nach dem Bahnhof, gabschriftliche und mündliche Aufträge für das Kloster inAlexandrien mit, deren Ausrichtung wir mit der größten
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Blätter aus dem Tagebuche eines Pilgers nach Jerusalem vom Jahre 1864
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49
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